Ich bin ja schon oft in Indien gewesen, vor allem Bombay/Mumbai. Allerdings immer nur mit Salman Rushdie und seinen Kollegen, also in Büchern. Anders gesagt: Ich hab von dem Land so viel Ahnung wie all die Leute, die gerade 300 Rupien für einen Tata Nano anzahlen und drauf hoffen, dass sie den Wagen bald bekommen und tatsächlich nur 100.000 Rupien bezahlen müssen. Plus 20.000 an Steuern etc. Das interessante an der Aufgabe: Es geht um Milliarden, muss aber nach Kleingeld aussehen. Führt sowas automatisch zu Schweinebauch?

Tata wirbt - soweit ich weiß - nur mit einer Website . Verständlich, wenn man die Berichterstattung in allen Medien weltweit auf seiner Seite hat. Schaun wir also mal, was es so gibt.
Kurz gesagt: Alles da. Videos, Galerien, technische Daten und ein Mix aus Konfigurator und Spiel, bei dem man Tankstellen ausweichen muss (und das über Popups kofinanziert wird). Der Chef bloggt (selbst?) . Es gibt ein moderiertes Forum und eine Facebook-Fanpage. Vorbestellen kann man auch – online ist es sogar günstiger.
Alles ist sauber mit einem OpenSource-CMS (Joomla!) umgesetzt, Flash wird sparsam eingesetzt. Funktional, möchte man sagen, auch wenn es an einigen Ecken und Enden knackst, wenn externe Module (Forum etc.) eingebunden werden. Ich hab den Eindruck, dass hier – wie bei den nicht entgrateten Plastikteilen des Nano – bewusst drauf verzichtet wurde, zu viel glatt zu ziehen. Gekonntes Nicht-Premium.
In Vikas Swarup “Rupien! Rupien! “, der (erheblich anderen, dennoch guten) Vorlage zu Slumdog Millionaire müsste man für 100.000 Rupien übrigens wissen, wie die Hauptstadt von Papua Neu-Guinea heißt: A) Port Louis, B) Port-au-Prince, C) Port Moresby oder D) Port Adelaide. Dann ist man ein lakhpati.

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