Vorbei ist es mit dem traditionellen Design von Jaguar. Der britische Sportwagenbauer frischte zunächst den XK radikal auf, in Frankfurt steht jetzt die konsequente Fortsetzung. Die neue Sportlimousine XJ ist aggressiv, bullig und modern gestaltet. Doppelscheinwerfer sind Geschichte.
Zuerst mag das gewöhnungsbedürftig erscheinen. Steht man dem neuen XJ gegenüber, sind aber sofort alle Zweifel verflogen. Was für ein Blick! Die Frontscheinwerfer des neuen Jaguar machen kein Geheimnis aus seiner brachialen Power, der Kühlergrill wirkt edel und souverän. Einfach stimmig steht die große Limousine vor einer der IAA-Hallen. Auch das Heck macht da keine Ausnahme.
Auf Pressefotos noch vorsichtig betrachtet, passen die dünnen Rückleuchten live sehr gut zu dem breiten Abgang. Die Ähnlichkeit zum Lancia Thesis ist zwar nicht zu bestreiten, das Heck des Briten kommt aber dennoch eigenständig daher.
Die großen Auspuffrohre weisen auf das kräftige Aggreggat unter der Haube hin. Die grüne Welle scheint auf der Insel nicht wirklich angekommen zu sein. Zumindest, wenn man auf den Top-Motor schaut. Aus fünf Litern Hubraum schöpft der V8 satte 510 PS. In nur 4,9 Sekunden geht es von Null auf 100 Kilometer pro Stunde. Wer es nicht ganz so eilig hat, der greift zur 385 PS starken Variante.
Aber selbst Dieselfreunde schauen bei Jaguar nicht mehr in die Röhre. Für den frischen XJ steht ein Dreiliter-Aggreggat mit sechs Töpfen zur Verfügung. Mit 275 PS und einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmetern ist man sicher auch mit dem Selbstzünder nicht untermotorisiert. Ob die Mischung zwischen sportlicher Jaguar-Limousine und kräftigem Turbodiesel aber tatsächlich passt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Für mich gibt es zu dieser Frage ein klares Nein. Für das völlig mit der Tradition brechende Design kann ich mich noch begeistern. Für den Diesel bin ich aber ganz klar zu konservativ. Was meint Ihr?