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MagazinBlog (All Articles)ReportagenEssen Motor Show 2010: "Ist das Automobilkultur oder kann das weg?"

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Essen Motor Show, 27. November 5. Dezember, 2010

Kris Karathomas und Karsten Brüchner gehen der Frage nach, ob sich ein Besuch der Essen Motor Show lohnt. Eine ganz und gar nicht objektive Berichterstattung.

 

"Audoooooooooooos, Automobile, Kraftfahrzeuge, Yeeeeeeehaaaa ..."

Da standen wir nun also. In den auf Motorsport und echtes Autogefühl getrimmten Hallen der Marketing-revolutionierten Essen Motor Show 2010. In meinem Fall liegt der Erstkontakt gute zehn Jahre zurück. Keine Ahnung, ob Karsten jemals zuvor auf diesem Spielplatz unterwegs war.

Ach ja, Karsten ist das Zentralgestirn von Hangar-6. Frühstückt Mustangs und geht vermutlich auch mit ihnen ins Bett. Gut zu erkennen auf dem Kick Off Foto. Mit dem Football im legendären 76er Design von ... verflucht von wem denn noch gleich? Conoco? Egal – den kleinen Traum gab es für einen Fünfer. Grabbeltischabenteuer und Werkzeugfreihandelszonen gehören in Essen immer noch dazu.

Aus welcher Perspektive nähert man sich nun diesem Tag auf der größten deutschen Automesse? Wir wollten unseren Spaß haben. Also nicht checken, was wir hier einkaufen könnten – oder wollten. Wir lieben Besatzermetall, V8 also und Blechautos. Böser Motor statt böser Blick. Das erspart uns schon mal die Kirmesbuden mit den Golfrückleuchten aus dem Kaugummiautomaten. Und die mit den limitierten Sonderlacken auf mitternachtsblaues Poserfunkeln getrimmten Lamborghini auch. Irgendwie sicher hammereffiziente Fahrmaschinen. Aber in unseren Augen ungefähr so begehrenswert wie ein Silikonbusen für Männer.

"Freak Show oder Laufsteg?"

Das erste Highlight: Ein 12 Zylinder Aston Martin Motor. Mächtig beeindruckend. Wenn nur der Boss Hoss ähnliche Motorradrahmen und der direkt aus einem Treppengeländer heraus gesägte Lenkerhalter nicht wäre. Nur wenige Meter daneben weitere zweirädrige Sinnlosigkeiten, die aber ästhetisch stimmig sind. Eine zweizylindrige Interpretation des Themas Zirkus zum Beispiel und eine gelungene Kreuzung aus Board Tracker und Street Fighter namens Seppster. Unfahrbar, aber handwerklich sehr beeindruckend.

Weiter geht es. Dragster zieren die Gänge. Der 1959 Badillac und ein herrlich britischer Rennlaster auf Basis einer VW Doka. "Mental Breakdown" der passende Name. Dragracing scheint angekommen zu sein im deutschen Rennsportherz, wenn auch immer noch als Superlativenquartett. 1800 PS und 8,9 Sekunden. Reicht als Info. Und wo wir schon mal bei US Fahrzeugen angekommen sind: Karsten begeistert die Front eines 1964 Pontiac, weil er sich gerade einen Kombi aus eben dem Baujahr gekauft hat. Später entpuppt sich seine brave Ausflugskarre dann als Leichenwagen. Lässige Einkaufsattitude, Karsten.

Ein Eleanor Clone sieht so aus, als hätte der die Pokale wieder ausgespuckt, mit denen er gefüttert wurde. Zu Recht. Die Haube erinnert an Doppel D Auswüchse. Die Rod Abteilung ist fein bestückt, Herr Pistons Graham hat sich für den Autosalon sogar die Fender angelegt. Irgendwo im Keller dann ein 80er T Bucket Hot Rod, dessen Preisschild mit EUR 28.000 fröhlich die aktuellen Trends des Rodding ignoriert. Aber über Messepreise braucht man vermutlich eh nicht ernsthaft nachdenken. Zu kaufen gab es reichlich, aber das gibt es in der Auto Mobiles auch.

"Italiens Superwaffe Alfa. Reihenachter durchgeladen, doppelläufiger Auslass."

Ein weiteres Highlight: die Pink Lady aus dem Hause Smart. "Speed Box" liest sich das zumindest nicht humorfreie Nummernschild des ansonsten gänzlich stilfreien Autos. Um die Ecke lächelt Det in Aralblau, Luden tragen den Brilli nicht mehr in Schneidezahn, sondern in der Edelfelge. Und mit leichter Verspätung kommt auch das von uns spontan "Klingonenschwert" getaufte Wendeauto in Mode: Sbarro Autobau. Da weiß man nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Auch nicht unerwähnt bleiben sollte ein auf Corvette getrimmter BMW Z8 in noch inkonsequenter Gasser Optik. Weitermachen Jungs, der geht vorne noch höher. Dann verzeiht man auch die handgepinselte Flanke. Schon spaßig so eine Messe.

Karsten verliebt sich in einen Ford GT 40. Zu recht. Überhaupt: Coole Karossen stehen hier rum. Für unseren Geschmack sind die schönsten rund und alt, gelebt und gefahren wie die Exponate aus dem Alfa Museum. Technisch das Motorsporthighlight sind für uns die Puller, die nur dem Namen nach noch was mit Treckern zu tun haben. Beeindruckend, was da an Technik zusammengesteckt wird: Flugzeugmotoren mit Kompressoraufladung, Hubschrauberturbinen und 24 Zylindermotoren. Richtig gelesen, alles im Plural auf jeweils einem Rahmen. Gut, dass da keine Preisschilder dran hängen.

Brückenkopf für unseren Messetag wird der Stand der REVO. Dank an dieser Stelle für Schnittchen, Kaffee und Sitzkissen. Zurück zur Eingangsfrage: Hat es sich gelohnt? Klar - mehr Inspiration zum Thema Auto geht nicht. Da soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass uns Kollege Christopher auf der Heimfahrt noch gezeigt hat, dass man mit dem iPhone die Frontscheibe in ein Headup Display verwandeln kann.

-> Fotogalerie: Essen Motor Show 2010

 

Carrera Panamericana
Essen Motor Show, 27. November 5. Dezember, 2010
Chromjuwelen En Route: Essen Motor Show 2010
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Smart Lady
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Johnson's Hot Rod Parts
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Sbarro Autobau
Essen Motor Show, 27. November 5. Dezember, 2010
Union 76 Kicker
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Mental Breakdown
Essen Motor Show, 27. November 5. Dezember, 2010


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