Autos sind immer auch Politik. Diese griffige Formel ist ebenso richtig wie allgemein gehalten. Konkreter geht es da derzeit in Indien zu. Gemeint ist der Tata Nano, der ursprünglich im west-bengalischen Singur gebaut werden sollte.
Um die Fabrik zu errichten, hatte der indische Staat kurzerhand die dortigen Bauern enteignet und zudem waren zahlreiche Landwirte vertrieben worden. Doch anstatt derlei kapitalistische “Notwendigkeiten” zu akzeptieren, formierte sich der Protest. Und, tataaaa: mit Erfolg!
Der Nano werde nun wahrscheinlich woanders im Land produziert werden, teilte das Unternehmen mit. Die Arbeiten an dem Werk in Singur musste Tata bereits vorigen Freitag beenden, weil zehntausende Menschen das Gelände umstellten.
Der Bau des Nanos, der eigentlich schon im Oktober vom Band rollen sollte, wird sich nun mindestens um Monate verzögern.
Ob es indes in Singur eine friedliche Rückkehr zur Landwirtschaft geben wird, wage ich zu bezweifeln.