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Der C5 unverkennbar deutsch?

 Claudius Maintz, Donnerstag, 17 Juli 2008 in Partner- und Mitglieder-Blogs, autobildblog.de

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Ein eiskalter Morgen. Zwei Ehrenmänner im Säbelgefecht. Burg, Alpen und Schnee im Hintergrund. Siegreich: ein blauäugiger Ariertyp, dem Chef des früheren Reichssicherheitshauptamtes, Massenmörder Reinhard Heydrich, nicht unähnlich. Er steckt in einem Anzug im Stil der Dreißiger. Schneidig steigt er zu Wagners Walkürenritt in einen Citroën C5. Zwei Kinder und ein Erwachsener grüßen von einem Balkon, der aussieht wie des Führers Terrasse auf dem Berghof (Obersalzberg). Flott geht die Fahrt in die ehemalige Reichshauptstadt, ein Schild in Frakturschrift weist den Weg. Der Wagen fliegt an einem Reichsadler vorbei. Die Reise endet vor dem Berliner Olympiastadion, 1936 Kulisse von Hitlers Spielen. Was ist da in Citroën gefahren?
Ein Werbespot voller Nazi-Klischees! Michel Friedman war Vize des Zentralrats der Juden in Deutschland, wuchs in Frankreich auf. Der heutige TV-Moderator ist empört: “Geschmacklos. Citroën sollte es nicht nötig haben, im 21. Jahrhundert der Globalisierung Autos mit nationalen Vorurteilen und billigen Klischees zu vermarkten.” Sogar im Deutschen Bundestag in Berlin macht das Filmchen die Runde. “Unterste Schublade, das Video zeigt nicht den Alltag des heutigen Deutschland”, sagt Patrick Döring, der für die FDP im Wirtschaftsausschuss sitzt. Dabei wollten die Franzosen nur ihre durchaus fragwürdige Werbebotschaft rüberbringen: Der C5 sei so gut wie deutsche Autos. Michel Friedman: “Wenigstens in diesem Punkt haben die Franzosen Recht. Deutsche Autos sind die besten.”

Gedacht war das Machwerk für Großbritannien, wo bekanntlich ein ganz eigener Humor herrscht. Diesen zu bedienen, findet FDP-Mann Döring aber falsch: “Die vorherrschenden Feindbilder sollte man nicht noch unterstützen.” Doch das Internet hat Citroëns Reise in Deutschlands dunkle Vergangenheit längst zu uns gespült. Europaparlamentarier Elmar Brok (CDU): “Diese Art von Werbung ist ein Armutszeugnis. Wer so tief in die Klischee-Kiste greift, muss es bitter nötig haben!” Parlamentskollegin Silvana Koch-Mehrin (FDP): “Ich finde es traurig, wenn französische Autos mit britischem Blick auf Nazideutschland verkauft werden sollen. Europa ist weiter. Heutige Autoverkäufer sicher auch.”

Volker Nickel vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft dagegen wünscht denjenigen “mehr Gelassenheit und Selbstvertrauen, die sich in ihrer deutschen Ehre verletzt fühlen. In Deutschland ist Humor eben eine ernste Angelegenheit.” Auch Citroën Großbritannien versteht die Aufregung nicht: “Wir sehen das alles als humorvolle Spaßwerbung, die in unserem Haus alle Kontrollinstanzen durchlaufen hat”, erklärt Sprecherin Joanna Blake. Firmengründer André Citroën hätte über den Spot wohl kaum lachen können: Die Nazis ermordeten mehr als 200 Mitglieder seiner weitverzweigten jüdischen Familie.

Was Klaus und Ursula, zwei Akteure des Spots, zum Citroën C5 zu sagen haben, sehen Sie übrigens hier:
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