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Networkautoaid.de/blogNeuwagen-Vorstellung: Der neue Audi A3 – Ende August 2012 kommt die dritte Generation auf den Markt

Zum Marktstart erfolgt die Einführung der dritten A3-Generation als Dreitürer. Später folgen der A3 Sportback sowie das A3 Cabriolet. Als erstes Modell der Volkswagen AG basiert der neue Audi A3 auf dem modularen Querbaukasten (MQB), auf den zukünftig alle Fronttriebler der VAG – mit Ausnahme der New Small Family um den VW up! – mit vorn quer verbauten Motor bauen werden. Zu Beginn steht der Audi A3 1.4 TFSI mit 122 PS ab 22.500,- € als vorläufiges Einstiegsmodell auf der Liste.

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Sieht straff geliftet und geschärft aus, allerdings wirkt der neue A3 fasst wie eine Überarbeitung des alten. | © Audi AG

Exterieur-Design

Audi ließ sich viel Zeit mit seiner dritten Generation des Kompaktklasse-Wagens. Neun Jahre lang lief der Ingolstädter Vorgänger A3 8P vom Band. Dennoch fallen die Unterschiede zum neuen Audi A3 8V auf den ersten Blick nicht gewaltig aus. Das Front-Design entspricht der derzeitigen Ingolstädter Formensprache – Singleframe-Grill mit angeschrägten oberen Ecken und den typischen Audi-Scheinwerfern, wie sie bereits vom überarbeiteten Audi A4 B8 bekannt sind. Das LED-Tagfahrlicht präsentiert sich als homogenes, formschönes Band, statt der vorherig eingesetzten LED-Lichterkette. Im Unterschied zum Vorgänger erhält der A3 8V endlich Bügeltürgriffe – als letztes Modell im Audi-Portfolio. Weiterentwickelt hat sich ebenfalls die Formensprache an den Flanken. Schutzleisten gibt es keine mehr, stattdessen setzt Audi auf den zeitgenössischen Trend von Sicken und Falzen – so, wie es derzeit auch Opel, BMW oder Mercedes handhaben. Ganz im Gegensatz dazu erscheint das Heck des neuen A3 im Vergleich zur zweiten Generation deutlicher überarbeitet. Allerdings fällt auf, dass ähnliche Rückleuchten bereits am Cabriolet des Vorgängers verbaut worden sind und, dass der neue A3 sich deutlich am Audi Q3 orientiert.

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Die Hinteransicht wirkt einerseits gefällig, andererseits kam sie so ähnlich beim A3 Cabriolet sowie dem Q3 zum Einsatz. | © Audi AG

Insgesamt ergibt sich ein Bild, das sowohl tragisch als auch fatal ausfällt. Audi schafft es nicht, seinem Kompaktmodell A3 in aussagekräftige Eigenständigkeit zu kleiden. Versucht wurde ein Spagat – sowohl eigenständig als auch typisch Audi soll er wohl sein – doch muss ein solcher auf einer Gratwanderung schmerzhaft enden. Die typischen Merkmale der Audi-Modelle verkommen jedoch zur Beliebig- und Austauschbarkeit. Es fehlt an markanten Alleinstellungsmerkmalen. Die Silhouette geht hervor aus dem Vorgänger, bei Singleframe-Grill, Scheinwerfer und Rückleuchten bedienten sich die Audi-Ingenieure scheinbar aus dem Familien-Baukasten. Zu guter letzt gehen die Bayern mit der Mode, indem sie dem fröhlichen Falzen-Wahn frönen. Damit zeigt sich der dritte A3 schon als Neu-Wagen, der in der Summe seiner Details deutlich unterscheidbar vom zweiten A3 daherkommt – dennoch könnten böse Zungen von einem besseren Facelift sprechen.

Audi A3/Standaufnahme

Der Vorgänger hatte noch Seitenschutzleisten und Klapptürgriffe. Die Silhoutte hat sich kaum geändert. | © Audi AG

Immerhin: die Abmessungen blieben verglichen mit dem Audi A3 zweiter Generation nahezu unverändert. Dank MQB konnte jedoch der Radstand vergrößert werden. Zudem sei der Audi A3 8V bis zu 80 Kilogramm leichter als ein Vorgänger.

Interieur-Design

Ganz im Gegensatz zum Exterieur hat sich im Inneren des neuen bayerischen Kompakten deutlich mehr getan. Das zugrunde liegende Layout aller VAG-Cockpits bleibt natürlich bestehen. Damit einher geht eine weitestgehend sinnvolle und vorbildliche Ergonomie. Beim Kombiinstrument fällt auf, dass die analogen Anzeigen für Kühlwassertemperatur und Tankfüllstand verschwunden sind. Ebenfalls vergebens suchen Passagiere die Radio-Bedienung ober- oder unterhalb der Klima- und Heizungsregler. Aus diesem Umstand heraus und aufgrund der sinnvollen Strukturierung ergibt sich eine erfreuliche Entschlackung der Mittelkonsole. Im Vergleich zum Vorgänger-Cockpit konnten hier die Tasten und Schalter deutlich reduziert werden. Das verhilft nachhaltig zu einer besseren Ergonomie.

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So gut sieht der neue Audi A3 nur gegen hohe Aufpreise aus. Die Mittelkonsole ist angenehm übersichtlich, das Display versenkbar. | © Audi AG

Das Radio wird im neuen A3 über die Dreh-Drück-Touchpad-Bedieneinheit hinter der Schaltkulisse gesteuert. Der Regler für die Lautstärke liegt nun rechts neben dem Schaltknauf. Auf der Mittelkonsole thront schließlich ein optionaler, versenkbarer Flachbildschirm. Über diesen werden die Multimedia-Funktionen, Navigation und zahlreiche weitere Dienste verwaltet. Allerdings stellt sich spätestens hier die Frage, wie die Bedienung des Radios vonstatten gehen soll, wenn das MMI inklusive des Bildschirms nicht bestellt wird. Nun, es gibt für diesen Einbauort ein versenkbares Autoradio, das aussieht wie ein altes Kassettenradio und optisch so gar nicht in das Design-Gefüge gehören möchte. Ausgefahren erlangen Fahrer und Beifahrer Zugang zur Radio-Bedienung – über Knöpfe, die liebevoll auf die 80er Jahre referieren.

In der Grundausstattung wird statt eines Displays dieses unansehnliche Radio ausgefahren. | © Audi AG

Die anfängliche Freude über die übersichtliche Mittelkonsole wird mit Blick auf die Schaltkulisse jäh getrübt. Die Schalter die von der einen Stelle verschwanden, tauchen um den Schaltknauf herum wieder auf. Das macht es nicht übersichtlicher. Auf den ersten Blick lassen sich dort 13 Bedienelemente ausmachen, die zu allem Überfluss in ihren Funktionen teilweise auch noch doppelt und vielfach mit Funktionen belegt sind.

Zynischerweise werden dann so belanglose Details wie die aus über 30 Einzelteilen bestehenden Lüftungsdüsen angepriesen, die völlige Freiheit über die Luftströmung gewährleisten sollen. Oder das Handy-Ablagefach, das schnurlos eine Verbindung zum Fahrzeug herstellen kann. Toll!

Was bleibt

Aber dies alles sind sogenannte Innovationen, die einerseits oft nicht serienmäßig und zugleich teuer und andererseits nicht notwendig sind. Wie zum Beispiel der neue Audi A3 in Basisausstattung aussieht und daherkommt, wird aus den Pressebildern nicht ersichtlich. Im Katalog sind lediglich stakkatoartige Abbildungen der Einstiegsvariante abgebildet. Dort ist plötzlich kein Dreispeichen-Multifunktions-Lederlenkrad abgebildet, sondern ein „umschäumtes“ Vierspeichen-Lenkrad ohne Multifunktion. Es ist also ein Gummi-Lenkrad, das geradezu billig wirkt. Zwar ist ein mp3-fähiges CD-Radio serienmäßig an Bord, dieses wirkt unglücksseligerweise unfreiwillig komisch und deplatziert. Eine Klimaanlage ist in der Basis bereits verbaut, wie auch ein Start-Stopp-System mit Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation). Die Sicherheitsausstattung ist ebenfalls vollständig – bis auf die teuren Assistenzsysteme.

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Schmucklos geht es trotz Premium-Anspruch in der Basis zu: Gummilenkrad ohne Multifunktion.

Höhnisch wird es jedoch, wenn in der Ausstattungsliste Bauteile wie „Heckscheibe“, „Audi Singleframe“, „Abgasendrohre“, „Stoßfänger“, „Mittelkonsole“, „Bremsanlage“ oder gar „Karosserie“ zu serienmäßigen Ausstattungsmerkmalen deklariert werden, dagegen aber ohnehin elektrische Außenspiegel lediglich gegen Aufpreis auch beheizt sind.

Audi A3/Detail

Die übersichtliche Mittelkonsole geht zu Lasten der Ergonomie um die Schaltkulisse herum. 13 unterschiedliche Bedienelemente können stark ablenken. | © Audi AG

Was bleibt, ist ein Neuwagen der Kompaktklasse, der Audi-typisch in das sogenannte Premium-Segment schielt. Damit hebt er sich vom Ende 2012 erscheinenden VW Golf VII ab und drängt sich dem BMW 1er auf. Einher mit diesem Anspruch geht auch die Preispolitik. Ähnlich wie im Kleinwagen Audi A1 muss jedes Fitzelchen extra gelöhnt werden. Die Grundausstattung wird vermutlich karg und traurig anmuten, sodass zum ohnehin nicht günstigen Einstiegspreis deftige Aufschläge erwartet werden dürfen. Wie so oft kann und wird am Audi gelobt werden, dass sich der A3 in seiner Haptik qualitativ anfühlt, hochwertig verarbeitet worden ist, gleichmäßige Spaltmaße aufweist. Dass hinter Qualität mehr steckt als aufgeschäumte Kunststoffe, Chrom-Klimbim und Elektronik-Schnickschnack sollte angesichts der noch immer aktuellen Probleme der Volkswagen AG mit Steuerketten, Turboladern und Getrieben hoffentlich klar sein. Das Wichtigste sollte sein, dass sich das Zusammenspiel aller Komponenten über einen möglichst langen Zeitraum problemlos gestaltet.

Original: autoaid.de blog


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