spacer.png, 0 kB
Motorkultur Magazin arrow Motorkultur Magazin arrow Young- & Oldtimer arrow Technoclassica 09: Hier wird noch gefeiert (Bilder)

Technoclassica 09: Hier wird noch gefeiert (Bilder)

 Roland Löwisch, 04.04.2009 in Young- & Oldtimer, Reportagen

[von Motorkultur.com] Würde eine Branche grinsen können, würde man in Essen bestens die gesunden Zähne des Oldtimer-Wirtschaftszweiges sehen. So sind es bislang nur vereinzelte Händler, die sich die Hände reiben, weil die solvente Klientel zuhauf ihr immer noch vorhandenes Geld von unsicheren Bankgeschäften abziehen und in hochwertige automobile Klassiker stecken mit der Gewissheit einer kräftigen Rendite. Kurz: Die Technoclassica dürfte in diesem Jahr die einzige Automesse von Weltbedeutung sein, auf der „Krise“ ein Fremdwort ist. Nebenbei gibt es auch selten so viele Gründe für Feste wie in der Automobilhistorie. So feiert der VW-Konzern (Halle 7.0) mit Audi und Skoda in großem Stil (30 Jahre VW-Bus T3, 60 Jahre VW Käfer Cabriolet, 100 Jahre Audi, 50 Jahre Skoda Octavia), Daimler präsentiert in der gesamten Halle 1 großzügig seine gesamte Klassik-Abteilung (75 Jahre Silberpfeile, Ahnenreihe E-Klasse), BMW präsentiert gemeinsam mit Mini unzählige Preziosen in Halle 12 (80 Jahre BMW Automobilbau, 50 Jahre Mini) und haben noch Morgan (100 Jahre Morgan) ins Boot geholt – Morgan ist einer der sehr wenigen Autohersteller, die offiziell einen BMW-Motor in eigene Autos einbauen dürfen.

Horch 853: sorry, schon verkauft Horch 855: Cockpit von 1938 Renault: Aerodynamik a la francaise Iso Rivolta: Italiener mit 550 PS Klein, aber oho: Morgan-Zweisitzer Körbchengröße XXXXL: Korb-Käfer von 1971/1997

In allen anderen Hallen stehen sich die meistens perfekt restaurierten Oldies fast auf den Reifen. Dicht an dicht drängen sich dort Mercedes, Aston Martin, Jaguar, Lamborghini, Maserati, Ferrari, Talbot, Lagonda, Renault, Citroën und zahlreiche andere Marken. Manche davon leben erst so richtig, seitdem sie tot sind. Die Clubs feiern unter anderem 50 Jahre Sunbeam Alpine, 75 Jahre Traction Avant, 70 Jahre Borgward und 50 Jahre Ford Capri.
Das einzige, was dem Normalsterblichen ¬– der weltentrückt und mit offenem Mund durch die Messe-Glitzerwelt stapft – das Feiern versalzt, sind die Preise der teilweise extrem seltenen, extrem aufwendig restaurierten oder einfach extrem extremen Autos.

Stutz Bearcat II Roadster: Designschnäppchen für 79999 Euro Swallow Doretti: britischer Roadster von 1954 Horch 855: deutsche Schönheit

Alle Bilder in der Galerie auf Motorkultur.com

Offerieren einige Händler ganz selbstbewusst sechsstellige Preise für ihre Prunkstücke (Iso Rivolta Breadvan Competizione 175000 Euro, Cisitalia Nuvolari 220000 Euro, Alfa Romeo 6 C2500SS Convertible 275000 Euro,  Alfa Romeo TZ2 470000 Euro), schreiben andere lieber gleich „Auf Anfrage“, sehen sich den Frager an und entscheiden dann, ob es sich lohnt, den Preis zu nennen (Lagonda V12 Rapide, Ghia G 230 S Prototipo, Horch 855 Spezialroadster, Alvis TC 108 G Graber Super Coupè). Obwohl auch in den Hallen ab und zu ein Schnäppchen zu lauern scheint (wie der schräge Stutz Bearcat II Convertible von 1989 für 79999 Euro), lohnt sich immer der Gang in den offenen Innenhof, wo auch Privatleute ihre Schätze anbieten – vom 6er BMW aus en 90er Jahren für ein paar tausend Euro bis zum stark mitgenommenen Delahaye 135 M von 1949 für 65000 Euro. Besonders optimistisch ist hier der Besitzer des zugegebenermaßen sehr gut hergerichteten Mercedes-Kleinbusses O 319: Der soll 140000 Euro kosten – viel Geld, um die Schwiegermutter und ihre Bridge-Clique stilvoll vom Altenheim abzuholen.

Zubehör und Co.: Autos für die Kleinsten Lost in Rost... Horch 400: zwei Tonnen Rost für 85000 Euro

Alle Bilder in der Galerie auf Motorkultur.com

Apropos alt: Besondere Freude machen die unrestaurierten Exemplare früher Autobaukunst wie zum Beispiel der Swallow Doretti von 1954. Während bei modernen Autos Gebrauchsspuren als Gebrauchsspuren bezeichnet werden, heißt das bei alten Autos „Patina“ und macht die abgeliebten Karosserien erst recht sympathisch. Neu auch die Menge der Scheunenfunde, die wie frisch aus dem Hühnerstall zwischen den funkelnden Edelkarossen stehen und den Besitzern bei der Scheine-Findung helfen. So will jemand für einen Horch 400, der auf den ersten Blick nicht mal mehr eine Abwrackprämie locker machen würde, 85000 Euro haben...
Übrigens: Was die Technoclassica außerdem noch von anderen Automessen unterscheidet, ist die Konsistenz der ewig freundlichen weiblichen Messe-Models. Die sind in Genf, Frankfurt, Paris, Detroit und Leipzig aus Fleisch und Blut, in Essen aber aus Plastik. Gut so – denn hier müssen sie nicht vom Autodesign ablenken...

Horch 400: gebaut 1930, gefunden vor kurzem Schön, aber unecht: Puppe beim Packen Liebevolle Rekonstruktion: Wäsche in Essen

Weitere Bilder in der Galerie auf Motorkultur.com


Siehe auch: MOTORSHOW>> TOKYO MOTORSHOW 2009 - PREVIEW|1.-5. April 2009 Techno Classica Essen|Oldtimer: Buchtipps zu Weihnachten|Nippon Classic Day 2008 - Japantreffen in Essen|Kinkats Release Party, 3.April 2008 - Essen Zeche Carl|Feinstaub-Fahrverboten für 07er und H vom Tisch!|Ökobürokratie nun auch gegen Oldtimer
ANZEIGE

Keywords: Oldtimer, Klassiker, Technoclassica, Messe, Essen, Nostalgie, Design, Mercedes, BMW, VW, Skoda, Ferrari, Lamborghini, Aston Martin


User comments  RSS-Feed: Kommentar
 

Average user rating

   (0 Bewertung)

 

Display 0 of 0 comments



Kommentar hinzufügen

Name
E-mail
Titel  
 
Kommentar
  Available characters:  
   Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren
  This image contains a scrambled text, it is using a combination of colors, font size, background, angle in order to disallow computer to automate reading. You will have to reproduce it to post on my homepage
Enter what you see:

   
   

Kein Kommentar gespeichert



mXcomment 1.0.1 © 2007-2009 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
 
< Zurück   Weiter >
spacer.png, 0 kB