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Akte (AMC) AMX

 Tino Lange, 24.01.2006 in US Cars & Kustom Kulture, Wissen

AMX - Playmate Of The Year
Tino aka CudaCatcher hat sich einem Auto gewidmet, das bei der aktuellen Muscle-Mania-Hyteria zu kurz kommt. Und deshalb schon alleine in die Chromjuwelen gehört. Dem AMC AMX. "Neben der Corvette und der Cobra die einzige Karre, die Sidepipes fahren darf!", so Tinos O-Ton. Wer also bei seinen Tankstellenkumpels mal richtig Einrduck schinden will, der sollte den Text nach dem "weiter" auswendig lernen. Danke Tino!







Breedlove
Am 17. Dezember 1967 freute sich Craig Breedlove, damaliger Halter des Geschwindigkeitsrekords für Landfahrzeiuge, über eine besondere Lieferung: Ein amerikanischer Automobil-Fabrikant überließ Breedlove und seinem Team einen Prototypen für einige „Probefahrten“. Sie testeten einige ihrer Rennmotoren in dem Chassis und fielen aus allen Wolken: „Diesen Wagen zu fahren ist ein Traum. Die Steuerung, das Handling … perfekt!“ sagte Breedlove, nachdem er bei seinen Probefahrten 106 nationale und internationale Geschwindigkeitsrekorde über diverse Distanzen und Hubraumklassen hinweg gebrochen hatte.

AMX Sidepipe
Einige Wochen später wurde das Serienmodell dieses Prototypen auf der Chicago Automobile Show vorgestellt … nein, es war kein Ford Mustang, kein Pontiac GTO, kein Plymouth Roadrunner oder Dodge Charger… sondern der AMC AMX! Bitte was?

Die 1987 von Chrysler abgewickelte American Motors Corporation, 1954 durch den Zusammenschluß der unabhängigen Marken Nash und Hudson gegründet, ist heute längst nicht allen US-Car-Liebhabern ein Begriff. Kein Wunder, wenn man 30 Jahre gegen die großen Drei Chrysler, Ford und GM ankämpfen mußte. Auch in den 60er Jahren führte die Firma ein Nischendasein. Während die Big Three sich in den Muscle-Wars bekämpften, verließen spießige Familienkutschen und Kleinstwagen wie der AMC Classic, Metropolitan oder Rambler das AMC-Werk in Kenosha, Wisconsin. Wagen, die in den 50ern noch Plymouth in den Verkaufszahlen ausstachen und 1963 MotorTrends „Car Of The Year“ wurden, aber in den folgenden Jahren vor Chevy Chevelle, Plymouth Barracuda und ihren PS-Kumpels standen wie das Reh vor der Flinte. Die AMC-V8-Motoren stammten noch aus 56er-Nash-Entwürfen und waren mehr als schwach auf der Brust, die Chassis-Designs waren von vorgestern, Kapital nicht vorhanden. „Taking A Knife To A Gunfight“ war das Motto für AMC in den frühen 60ern. Das 1966 begonnene „Projekt IV“ sollte AMC eine doppelläufige Schrotflinte in die Hand geben…

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Ende 1967 wurde der AMC Javelin vorgestellt, ein sportlich-elegantes Pony-Car, und wenig später der auf dem Javelin basierende AMX („American Motors Experimental“). Das Design war auf dem ersten Blick krude, irgendwo zwischen euro-asiatisch, mit breitem Maul und dickem Hintern, kantig-schnittig, fernab von den fließenden Fastback-Designs der 1968 vorgestellten neuen Chevelles und GTOs. Besonders markant war die offensiv beworbene Tatsache, dass hier der neben der Corvette einzige Zweisitzer seiner Zeit auf Käufer wartete. Als Motorisierung dienten brandneue 290ci (225 PS), 343ci (280 PS) und 390ci (315 PS)-V8-Maschinen, die zusammen mit 3- und Viergang-Automatik, High-Performance-Bremsen- und Aufhängung ein sattes Ampel-Paket schnürten, welches in 14,59 Sekunden über die Viertelmeile jagte. Schneller Individualismus für knapp über 3000 Dollar. “American Motors scoops the field with an exciting new 2-seat fun machine that has everything but a big price tag” jubelte MotorTrend in seiner 68er Märzausgabe. Car&Driver stieß in das selbe Horn: “If AMC had done something as bright as the AMX five years ago, thy’d be in a lot better shape today”. Wie wahr.

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6725 AMX-Exemplare, davon knapp 4400 mit 390ci-Motor, rollten 1968 in die Showrooms. 1969, der AMX wurde kaum verändert, sogar 8293 (5800 mit 390ci). Für GM oder Ford wäre das ein Witz gewesen, aber für einen unabhängigen Hersteller war das ein respektables Ergebnis. Nicht zu vergessen war der enorme Image-Schub. „Der AMX war ein Prestige-Gewinn. Zu der Zeit hatten wir die jungen Käufer, von denen ich nicht weiß, wo sie heute sind“ sagte Richard Teague, AMCs Chefdesigner von 1962 bis 1984, in einem Interview 1986, kurz bevor die American Motors Corporation Geschichte war. Und so ging es nach zwei Jahren, in denen vor allem die „Go-Pack“-Versionen (390ci mit diversen Performance-Optionen) und die „Big Bad AMX“-Sondermodelle (in Big Bad Orange, Green und Blue, sahen so aus wie sie klangen) für Furore sorgten, ins Modelljahr 1970.
AMX
Beschränkt auf 360ci und 390ci, wurden Front- und Heckpartie und Aufhängung modifiziert, aber die Luft war angesichts neuer Mopar-E-Bodys und anderen Konkurrenten, raus aus dem AMX. Nur 4116 fanden einen gnädigen Käufer, AMC-Präsident William Luneburg befahl den Entwicklungsstop von Zweisitzern. „AMX“ wurde von 1971 bis 1974 eine Ausstattungsoption für Performance-Modelle des Javelin, später des Hornet, Concord und Spirit. Der 1970er AMX/3-Prototyp, ein reinrassiger, wunderschöner Sportwagen, handgebaut in Turin und Mailand, wurde nach 6 fertig gestellten (und heute unbezahlbaren) Exemplaren eingestellt.

AMX 1970
Heute ist es schwer, einen halbwegs brauchbaren AMX in gutem Zustand zu finden. Aber selbst gut erhaltene oder restaurierte „Go-Pack“-Schnitten mit 390ci sind in Zeiten, in denen jeder nach einem 68er Charger giert, bezahlbar geblieben. Keiner kennt AMC, niemand will einen AMX … aber wer sein Herz für den kleinen Underdog entdeckt, bekommt nicht nur viel Leistung und individuelles Design, sondern einen echten „Was zum …?“-Headturner, der auch Tuning-No-Gos wie breite Schluffen und Sidepipes verträgt; ein seltenes Muscle-Car mit Sportwagen-Charakteristik, exzellentem Handling (relativ natürlich) … und damals wie heute ziemlich kleinem Preisaufkleber.

Mir sind übrigens in all den Jahren auf deutsche Straßen und Treffen oder in den Foren nur zwei Javelins und ein Marlin begegnet. Gibt es einen AMX hierzulande? Akte AMX – ungelöst!

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AMX Heck

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AMX Sidepipe

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Siehe auch: Summer Battle Bitburg (II): Peers Polar Express|Für den Weihnachtsbaum: Hot Rod Motoren|Happy Birthday Carroll Shelby von MuscleCars.at|The Car Is The Star|Frenchy LaFemme : Your Wish is My Command|diverse Probleme mit dem Blog|Vanessa Vixen
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javelin

by: marcus (Registriert) on 28-09-2007 20:38

javelin

by: marcus (Registriert) on 28-09-2007 20:38

des is zwar jetz bissl später, und mit nem amx kann ich auch nicht dienen, was ich hät wär ein `68 javelin sst mit go package. wär einigermasen spannend wen jemand noch alte poster oder so davon hät. 
viele grüße 
marcus

 

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