Pro Modified, Hell Yeah!!!
Diese Klasse hat den Finals mit das Salz in der Suppe geliefert. Salz, eher doch Tabasco, oder andere extrascharfe Zutaten. Im Qualifying fing es schon an. Dinge die niemand braucht machten den Anfang. Ingo Rolla mit dem Highway Patrol Avenger stand im ersten Qualilauf gegen David Vegter aus den Niederlanden in seinem neuen (diese Saison erst auf den Track gekommen) Andy Robinson Racecars Camaro. In Hockenheim hat man aus finanziellen Gründen nicht teilgenommen. In Mantorp schon eine gute 6.5 Sek. im zweiten Fullpass überhaupt hingelegt. When disaster strikes. David und Ingo starten, David hatte mit shake zu tun und brach den Lauf recht schnell ab. Ingo kam gut von der Linie weg und bog nach ca. 100 Metern stumpf auf die rechte Bahn ab. Er traf zum entsetzten aller David Vegter am linken Hinterwagen. Beide kreiseln, Ingo rauschte zu allem Elend noch in die Mauer, was David erspart blieb. Beide Fahrer sind wohl auf, eine Menge Schrott wurde aber produziert. Ingos Highway Patrol in die er seine Kohle die letzten Jahre versenkte ist Kernschrott. Davis Vegter, bei dem auch alles Geld im Wagen steckt hatte etwas mehr Glück im Unglück. Nach Aussage von Diekmann, (ex Meihuizen Crewmitglied, nun bei Vegter) ist nur die linke Hinterachsaufhängung verbogen, alles reparabel. Er meinte nur trocken, “it’s a Robinson Car, it is stabil”. Ärgerlich für die Truppe, da es ein Wagen mit viel Potenzial ist (schaut man sich doch die anderen Robinson Cars an, die fast alle in den 6.1ern und 6.2ern herumfahren) und sie bestimmt eine super Performance abgeliefert hätten. Man fährt auf einem extrem schmalen Budget, deswegen war noch ein alter Block mit altem Blower verbaut, allein die Köpfe sind neu. Das war alles für 2010 geplant, fällt nun wohl anderen Reparaturmaßnahmen zum Opfer. Wir drücken für einen zügigen Wiederaufbau die Daumen, unter dem Strich darf man nicht vergessen das der Unfall viel schlimmer ausgehen hätte können wenn David direkt in Höhe der Fahrgastzelle getroffen worden wäre. Hätte wäre wenn, wenden wir uns erfreulicheren Tatsachen zu. Nach einem recht flotten ersten Quali Durchgang dann der positive Schock des Tages. Mats Eriksson gegen Andy Robinson. Zwei Chassisbauer duellieren sich. 5.98 Sek. gegen 6.07 Sek. History in the making. Die erste Pro Mod 5 in Europa, off the trailer, was tobte die Menge. Gleichzeitig war es der schnellste Side by Side Pro Mod Lauf der Europäischen Geschichte. Man muss sich ab sofort daran gewöhnen mit einer 6.0 Sek. nicht unbedingt an der Spitze des Feldes zu rangieren. Mats hatte sich vor dem 2. Lauf in der Abenddämmerung gleich einen Pulli mit “Pro Mod 5.98 Sek.” bedrucken lassen. Er meinte auch das er eigentlich nicht damit gerechnet hat, dass an diesem WE die 5 fällt, aber so kann man sich täuschen. Es wird an diesem WE die einzige 5 in Pro Mod bleiben, was der Spannung des Rennens aber keinen Abbruch tut.
 Mats Eriksson vor dem zweiten Qualilauf
Im Rahmen des Qualifyings wurde auch das Finale der Exhaust Coating Pro Mod Challenge ausgetragen. Marco Maurischat schmeißst 2500 Euro in einen Topf, alle EM Teilnehmer sammeln durch gute Trainingsergebnisse Punkte und beim letzten Rennen (European Finals) des Jahres fahren, in die Qualifikation eingebettet, die 8 Punktbesten ein Rennen aus, so wie die “no Bull” oder “Budweiser” Shootouts der NHRA in vergangenen Tagen. In Runde eins trafen sich Der letzt jährige Gewinner Bruno Bader und Micke Lindahl.
 Bruno Bader und Micke Lindahl im Line up
Bruno gewann locker mit einer 6.13 Sek., die brachte ihm am Ende sogar noch Platz 3 der Quali ein (Mats Nr. 1 und Robinson Nr. 2). Im 2. Lauf der Challenge trafen sich die Rekordzeitfahrer erneut. Diesmal mussten beide ihren Lauf abbrechen, Mats pflückte sich ein Rotlicht und Andy war weiter. Patrick Wickström gewann mit einer 6.16 Sek. gegen Urban Johansson, das brachte ihm auch Platz 5 der Quali ein. Im letzten Vergleich bezwang Roger Johansson mit einer 6.15 Sek. (Platz 4 der Quali) Micke Gullquist. Roger fuhr damit auch die schnellste NOS Pro Mod Zeit in Europa. Runde 2: Andy Robinson gewinnt mit einer 6.1 Sek. gegen Wickströms 6.17Sek. Das war Patricks letzter Auftritt bei diesem Event. Eine große Rauchwolke zeigte sein Ende an. Bruno Bader gewann sein Duell mit einer 6.14 Sek. gegen Roger Johansson. Im Finale dann Bruno gegen Andy, das gleiche Finale wie bei der letzten Ausgabe der Challenge. Robinson Rotlicht, Bruno nimmt erneut die 2000€ mit in die Schweiz. Eine spannende und gute Sache diese Challenge, Marco M. weiter so. Apropos weiter so.
 Marco Maurischat beim Burnout
Marco ist nach dem Training der schnellste Deutsche Pro Modder aller Zeiten. Mit altem Block und Blower riss er eine unglaubliche (auch für ihn) 6,19 Sek. aus dem Ärmel. Gratulation. Norbert Kuno hatte kein Glück mit dem Set up, kein vernünftiger Lauf wollte ihm gelingen. Das hieß Platz 17 und DNQ. Zum eigentlichen Renngeschehen. In Runde eins setzte sich Graham Ellis mit dem Superbird gegen Micke Lindahl durch. Engelfield machte es Gullqvist durch ein Rotlicht sehr einfach in Runde 2 vorzustoßen. Marco musste den Lauf abbrechen und so war Urban Johansson weiter. Norbert Kuno rutschte durch den Motorschaden von Wickström in das Feld, bekam wieder nichts zu Stande und der Willys von Kev Slyfield kam das erste Mal in Runde 2 eines FIA Events. Roger Johansson machte mit dem Turbo Firebird von Jöran Persaker kurzen Prozess. Robert Kooper hatte hingegen keine Chance im NOS Camaro gegen den locker aufspielenden Bruno Bader, der eine 6.11 Sek. aus dem Overall schüttelte. Andy Robinson hatte gegen Agent 007 Roger Moore das nachsehen. Andy verlor auf halber Strecke den Vortrieb. Mats Eriksson machte gegen Henri Joosten alles klar, dieser disqualifizierte sich durch Rotlicht selbst. In Runde 2 machte Eriksson durch einen 6.04 Sek. Lauf gegen einen 6.23 V Lauf von Graham Ellis alles klar für den Einzug ins Halbfinale. Roger Johansson setzte sich wenig spektakulär gegen Slyfield durch, und Gullqvist schmiss 007 aus dem Feld. Bader gegen Johansson (Urban) stand noch an. Bruno meinte vorher nur, dass er „gegen den noch nie gewonnen“ hat, aber einmal ist immer das erste Mal, so auch in diesem Fall. Erneut stach die 6.11 Sek. zu Gunsten von Bruno. Das Halbfinale versammelte eine illustre Gesellschaft. Roger Johansson lies der 6.15 Sek. aus dem Training eine neue NOS Bestzeit von 6.14 Sek. folgen, was machte Mats dagegen? einfach ne 6.01 Sek. und die Sache war klar. Gullqvist gegen Bader, Bruno benutzte sein Burst Panel und so ohne Druck auf dem Blower hat es sich schnell mit schnell fahren. Micke weiter, im Finale gegen Mats E.. Wenn Micke das Event gewinnt und low ET of the Meet zusammenfährt (das wäre dann eine Zeit schneller als Erikssons 5.98 Sek. und gäbe 5 Extrapunkte) hat er den Titel im Sack, wenn nicht dann macht sein Finalgegner das Rennen. Hab mir selbst die Spannung an der Rennstrecke verdorben, da ich dachte Eriksson ist schon Meister durch seinen Sieg im Viertelfinale. So konnte ich gar nicht richtig mitfiebern wie die 6.02 Sek. die 6.14 Sek. schlägt und Mats den EM Titel durch einen Event Win nach Börlange in Mittelschweden holt. Micke verabschiedet sich aus der Saison noch mit dieser PB. Die EM endet wie folgt: Eriksson vor Gullqvist, Robinson und Bruno Bader. Was für ein Jahr, was für eine Klasse, hoffentlich ist bald wieder Mai. Stellt sich nur die Frage wie das alles getoppt werden soll.
Markus Münch Text und Bilder
Siehe auch: Run What Ya Brung: Viertelmeile TUNING WORLD BODENSEE|chromjuwelen: @Bambi_From_Hell ... gerade nochmal Glück gehabt! Und das nächste Mal bitte nicht...|Schnapper: 1990 "Death Race" Porsche 911|chromjuwelen: Oups! Das hätte schief gehen können ... #hotrod #crash http://ff.im/-6PF5z |