Noch vier Tage, dann ist es soweit: Ich darf mit Frank Rinderknechts erstem Auto-Boot auf Tauchstation in Silver Springs/USA gehen. Eigens dafür habe ich Thorsten Kanand engegiert, der das Spektakel für autobild.tv mit einer Microdrone aus Luft filmen soll. Derweil überschlagen sich die Ereignisse an unserer Biotanke. Während wir mit dem Bioethanol-Projekt erstmals bei der FH Iserlohn bei einem BMW die Euro-5-Norm unterbieten konnten, mussten wir unser Pflanzenöl-Projekt für den Jaguar einstellen. Forschung gibt es manchmal eben nicht ohne Rückschlag.
Es hätte Alles so schön sein können. Die TDI, Pumpe-Düse und CDI-Diesel von Udo Puls haben allesamt schon über 100.000 Kilometer abgespult. Da hätte der Umbau für den Jaguar Diesel X-Type eigentlich ein Klacks sein müssen. Schließlich pocht unter der Katzen-Karosse solide Ford Mondeo-Technik. Der Umbau war perfekt.
Ein eigens konstruierter 80-Liter Zusatztank für Pflanzelöl füllte die Reserverad-Mulde aus, sämtliche Leitungen und der Tankstutzen waren montiert. Die Elektronik sauber verlegt. Der Vierzylinder lief über 500 Kilometer perfekt, sobald PÖL durch den Bosch-Wärmetauscher und den beheizten Filter lief. 
Dann blieb er plötzlich stehen. Natürlich wieder Nachts irgendwo in der Pampa bei Bremen. (Wie war das, Sandmann? Als Jaguar-Fahrer lernt man ständig neue Leute kennen?) Der Grund: Die Delphi-Einspritzdüsen verkraften keinen warmen Kraftstoff. Sobald 50 Grad heißes Pflanzenöl durch die Düsen läuft, meldet der Microchip den Fehler “Luft im System oder Diesel zu heiß”. Was dann einsetzt, ist der Selbstzerstörungsmechanismus alá James Bond: Um einen möglichen Schaden zu verhindern, machen die Magnetventile komplett auf. Der Sprit läuft durch den Überlauf. Einmal geöffnet, sind die Düsen im Eimer. Der Microchip müsste im Werk neu initialisiert werden. Wir haben bei Delphi in der Entwicklung nachgefragt. Antwort: “Stimmt, die Düsen sind noch aus dem Entwicklungsstand von 1998. Damals hat noch niemand über Biokraftstoffe nachgedacht.” 
Damit ist das Projekt Biguar gestorben. Bitter: Allein der Rückbau der Anlage hat uns über eine Woche Arbeit gekostet. Immerhin haben wir jetzt Klarheit: Während Verteilerpumpen, TDI, Pumpe-Düse und CDI, im Grunde Alles mit Bosch-Technik funktioniert, müssen wir vom Umrüsten bei Delphi-Düsen (also auch Ford TDCI) dringend abraten. Also Leute, lasst Euch bitte bei ebay nicht irgend einen Rapsöl-Umbaukit andrehen. Es funktioniert wirklich nicht bei jedem Diesel. Und vor der Umrüstung unbedingt die Einspritzdüsen checken: 1. Weil Delphi nicht funktioniert. 2. Weil oftmals die Vorbesitzer, obwohl verboten, mit Biodiesel gefahren sind. Dadurch haben die Einspritzdüsen oftmals schon einen Vorschaden, der nichts mit Pflanzenöl zu tun hat. So kürzlich auch bei einem Nissan Terrano-Diesel-Fahrer, den Udo unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken musste.
Zum Glück gibt´s auch Positives zu berichten. Unser Bioethanol-Projekt rennt. Der bMW 320i erfüllte an der FH Iserlohn erstamals die Euro5-Norm. Damit rückt die ABE - das wäre weltweit eine Sensation - in greifbare Nähe. Die Programmierarbeiten für den 16-bit-Rechner werden noch bis März dauern, dann ist unser Kit endlich marktreif. Für die Einführung haben wir uns auch schon ein paar spektakuläre Ideen einfallen lassen.
So soll unsere Biofuel24-Rennfahrerin Cathi Felser als erste Frau der Welt in einem von Cartronic umgebauten Carrera GT1 die 400 km/h Schallmauer knacken. Zellner Performance aus Heidelberg will von uns seinen VLN-Langstrecken-Pokal Porsche umbauen lassen. Wenn Alles gut geht, darf Cathi ebenfalls ans Steuer. Dass Bioethanol unaufhaltsam im Kommen ist zeigt eine aktuelle Pressemeldung: Die American Le Mans Serie wird zur Grünen Serie umfuntkioniert. Heisst 2008 fahren alle Rennboliden - auch Porsche - nur noch mit Bioethanol. Von wegen Nische.
Doch nicht nur Biofuel24 forscht. Autoerfinder Frank Rinderknecht hat das erste Auto-U-Boot der Welt entwickelt. Ein Tauch-Auto auf Basis des Lotus Elise. Umweltfreundlich mit Elektroantrieb. Für Auto Bild darf ich den U-Sportwagen als erster Journalist nächste Woche in Silver Springs/Florida fahren (und tauchen). 
Ein Rinderknecht rief mich vor 3 Monaten an: “Olli, kannst Du dich noch an den James Bond von 1977 erinnern. Der Unterwasser-Lotus Esprit von 1977. Das war bloß ein Fake. Die haben ein Spielzeugauto in einem Aquarium versenkt. Ich baue ein Auto, was wirklich tauchen kann.” Klar, da sind wir natürlich dabei.
Und damit es richtig gute Bilder vom Tauchauto im See gibt, werde ich meinen Kumpel Thorsten Kanand von Microdrones und unsere EarlyDrone mitnehmen. Diese Drone steuern wir über eine Cyperspace-Brille und können so Filme direkt über dem See drehen, ohne das Wasser aufzuwirbeln. GPS gesteuert steht das Ding wie angenagelt in der Luft oder kann über Google Earth eingegebene Wegpunkte direkt abfliegen. Bie 150 Meter hoch und 50 km/h schnell ist die kleine Kamera. Am Wochenende haben wir schon mal im Steinbruch geübt.

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