Der zweite Tag des Effizienz-Marathons, Teil 2, beginnt für mich mit einer vielleicht entscheidenden Frage: Wieviel Frühstück darf ich mir und damit dem A4 zumuten? Es geht schließlich auch ums Gewicht, wenn wir heute nach Basel und wieder zurück sparfahren. Gestern haben mein Fahrer Peter und ich so ziemlich alle verbrauchssenkenden Register gezogen, sind am Ende im Schnitt mit 3,7 Litern auf 100 Kilometer ausgekommen. Für heute haben wir uns die nächsten ein bis zwei Zehntel auf unsere To-Do-Liste geschrieben. Ich frühstücke ein kleines Croissant. Und trinke dazu eine kleine Tasse Kaffee.
Heute ein Fehler, wie sich relativ schnell zeigt, denn an diesem Samstag ist der Wettergott ein Fan der Spritknauserer im Audi. Es ist nicht annähernd so unangenehm, die Klimaanlage auszulassen, aber dafür schwitzt man leider auch nicht so viel wie gestern. Leider deshalb, weil dadurch dann doch einmal ein kleines Päuschen zum Austreten nötig wird. Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk: Was gestern an Flüssigkeit noch durch die Hautporen entschwunden ist, möchte heute auf anderem Weg ins Freie entlassen werden. Und wir haben das Gefühl, dass jeder Stillstand unseren Schnitt versaut. Verdammter Kaffee!
Apropos: Auf den ersten 110 Kilometern sinkt kontinuierlich der Umgebungsdruck. Wir schwingen uns mit unserer weißen Sparbüchse in die Höhenlagen der Alpen – bis auf 1130 Meter über dem Meeresspiegel. Da ist die Luft schon etwas dünner. Und wir haben das Gefühl, die Verbrauchsanzeige spinnt. Die gestrigen 3,7 Liter rücken dank der zum Spritsparen absolut ungeeigneten Topographie in ganz weite Ferne. Unser Mut sinkt aber nur kurz, denn erstens müssen alle hier hoch, zweitens geht es auf der anderen Seite auch wieder runter. Beschleunigen durch auskuppeln? Auf Gefällstrecken aber sowas von überhaupt kein Problem. Da lacht das innere Sparschwein. Gas hat Peter schon seit Kilometern nicht mehr gegeben. Wozu auch? Rollt doch gerade super!
Dass so natürlich auch der Verbrauch wieder in den Keller geht, muss man wohl nicht näher erläutern. Für den weiteren Verlauf unserer heutigen Etappe wünschen wir uns die ewige Bergabfahrt: Im sehr milden, kontrollierten freien Fall unserem Wendepunkt Basel entgegen. Am liebsten noch mit Rückenwind, bitteschön. Damit wäre bestimmt noch weniger als die geradezu magische 3,5 auf der Verbrauchsuhr möglich, die uns entgegenblinkt, als wir auf den Parkplatz fahren. Aber das ist auch schon gut, nein, das ist sehr gut. Genau wie das Essen, was natürlich viel schwerer als das eingangs erwähnte Frühstück wiegt. Hoffentlich essen Peter und ich uns hier nicht um Kopf und Kragen. Nun, wir werden es bei der Rückkehr nach Innsbruck, nur 371 Kilometer Schleichfahrt von dieser reich gedeckten Tafel entfernt, erfahren.
Udo Rügheimer von Audi garniert die Mahlzeit zusätzlich mit einer sehr erfreulichen Information: In der Gesamtwertung liegt das beste Team zur Halbzeit bei 3,3 Litern, auf Platz zwei zwei Sparstrategen, die den Audi auf 3,4 Liter Durchschnittsverbrauch heruntergefahren haben. Am Ende des Feldes liegen – nicht weit entfernt – acht Teams mit 3,6 Litern. Wir sind also durchaus noch in Schlagdistanz, planen, noch ein wenig strenger mit dem Dieseldurst zu sein. Obwohl wir uns eigentlich nicht vorstellen können, wie das noch gehen soll, landen wir nach weit über 700 Kilometern bei 3,4 Litern, haben uns insgesamt auf 3,5 Liter Durchschnittsverbrauch verbessert. Vielleicht auch, weil wir auf dem Rückweg keine Pause mehr gemacht haben …
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