31,5 Grad Celsius. Das ist warm. Wirklich sehr warm, wenn man in langen Hosen vorm Flughafen Basel steht. 31,5 Grad Außentemperatur. Das bedeutet, dass in den elf weißen Audi A4 2.0 TDI, die seit Stunden auf diesem Parkplatz in der Sonne stehen, bestimmt 50 Grad herrschen. Wenn nicht mehr. Na ja, mag Autonormalfahrer jetzt denken, Türen auf, durchlüften, Klimaanlage an, dann geht das schon. Aber genau das geht eben nicht: Die Komfort-Segnungen moderner Automobile sind hier und jetzt tabu. Sonst wird das nix mit Teil I der AUTO BILD Effizienz-Fahrt powered by Audi, der Tour von Basel nach Wien und wieder zurück mit nur einem Tank. 65 Liter gehen hinein, für mehr als 1600 Kilometer muss das reichen, 5,1 Liter beträgt der Durchschnittsverbrauch des 120-PS-TDI. Wie das gehen soll? Klimaanlage aus. Fenster zu. Höchstgeschwindigkeit 90 km/h.
Extremes Spritsparen steht auf dem Programm bei der Effizienz-Fahrt. Oder besser gesagt: extrem vorausschauendes Fahren. Sinn und Zweck ist es, in Zeiten explodierender Kraftstoffpreise und wachsender CO2-Hysterie ein Zeichen gegen den Kostenwahnsinn zu setzen. “Jeder kann bis zu 17 Prozent Sprit sparen, wenn er effizienter fährt”, sagt Jan Becker, nordisch by nature und Instruktor der Audi Driving Experience. “Sanft beschleunigen, bergab im höchsten Gang, bergauf ohne Tempomat, kein unnötiger Ballast an Bord, Fenster maximal zwei bis drei Zentimeter öffnen bei höheren Geschwindigkeiten, optimaler Reifendruck, bei längerem Halt Motor aus und - ganz wichtig - Klimaanlage aus, sonst wird das nix”, erklärt er den 22 Teilnehmern. Ansporn: 1770 Kilometer hat die Audi-Scouts mit einer Tankfüllung geschafft, macht einen Schnitt von rund 3,7 Litern. Also ans Werk.
Per Los werden Zweier-Teams auf die Autos verteilt. Abfahrt 13 Uhr. Innsbruck lautet das erste Etappenziel, 375 Kilometer entfernt. Kein Spaß bei dieser Hitze in einem Auto ohne Klimaanlage. Um 15 Uhr zeigt das Thermometer sengende 35 Grad. Kein Wölkchen am Himmel, aber Sturzbäche in Wagen 3. Rund 80 lange Kilometer hingen Adrian Bühler (28, siehe unten) und Andreas Lang (42) mit ihrem Audi A4 im Windschatten eines Lkw. Schlau, aber nun zwingt sie ihr mobiler Backofen auf eine Raststätte. Schatten tanken. Adrian sieht aus, als hätte er in voller Montur im Teich gespielt: triefend nasses T-Shirt, die Jeans klebt an seinen Beinen. “So heiß ist es nicht mal in der Sauna”, stöhnt er, als er seine Klamotten auswringt. Mag sein. Aber wer hier gewinnen will, muss leiden, haben die Wetterfrösche entschieden. Und die Leidensfähigkeit der Teilnehmer scheint groß: “Alle unter vier Liter”, errechnet das Technik-Team am Abend den Verbrauch, “damit sind alle noch im Rennen.”
Noch, denn am Dienstag kann sich das Blatt bereits wenden: Rund 780 Kilometer liegen dann an. Rein nach Wien, retour über Salzburg. Viel Stadtverkehr, das schlägt auf den Verbrauch. Viel Autobahn, das schlägt auf die Nerven (dauernd diese Lkw im Nacken). Dazu Temperaturen wie heute. Die Wasserration in der Kühlbox, die jedes Team auf der Rückbank spazieren fährt, wird verdoppelt. Bei Adrian kommt noch was obendrauf: ein eiskaltes T-Shirt zum Wechseln. Mehr dazu in Kürze. 
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