China ist Chefsache. Natürlich auch bei Mercedes. Neben dem neuen Kompakt-SUV GLK brachten die Schwaben am Vorabend der Auto China 2008 auch gleich noch Konzern-Boss Dr. Dieter Zetsche mit nach Peking. Rund 100 geladene Gäste, die bei schwülwarmem Wetter in einem eigens errichteten Zelt vornehm schwitzten, ließen sich vom obersten Mercedes-Fahrer erklären, welche Bedeutung der boomende Markt für den Konzern hat. „Dies ist die erste Weltpremiere, die Mercedes hier feiert. Schon das zeigt, welchen Stellenwert China mittlerweile für uns hat“, betonte Zetsche kurz vor dem ersten offiziellen Auftritt des neuen GLK.
Was er meint, sind natürlich auch die attraktiven Margen, die hier wie Morgentau an den Blüten hängen. 40 Prozent aller verkauften Mercedes-Modelle in China sind S-Klassen – so richtig fett ausgestattet und möglichst mit V12 unter der Haube. Ulrich Walker, Chef von Daimler North-East-Asia, bringt es auf den Punkt: „Warum wir hier so viele S600 verkaufen? Weil wir keinen S700 haben.“ Kurzum: Mercedes geht es hier richtig gut. 2007 haben die Stuttgarter 30.700 Autos in China verkauft, 44 % mehr als im Jahr zuvor. Und auch das erste Quartal 2008 liegt bereits schon wieder 42 % über dem Vorjahr. Für noch bessere Verkaufszahlen (bei natürlich deutlich geringerem Gewinn) soll ab 2009 der Smart sorgen. Das kleine Original soll die jungen Chinesen, die immer mehr auf Lifestyle und Mode abfahren, frühzeitig an die Marke binden.
Da kommt natürlich auch der GLK gerade zur rechten Zeit. Der kantige Kompakt-SUV wird seinen Platz auf den bereits jetzt hoffnungslos überfüllten Straßen garantiert finden. Schon jetzt geht hier in der 17 Millionen-Metropole Peking meist gar nichts mehr – wie soll das eigentlich erst zu den Olympischen Spielen im Sommer werden?
Anderes Thema. Kommen wir zur zweiten Chefsache des Abends: die Wachablösung des obersten Formgebers von Mercedes-Benz. Nach über 40 Jahren unterm Stern, davon neun Jahre in vorderster Front, übergab Chefdesigner Peter Pfeiffer an diesem Abend offiziell das Zepter an seinen Kollegen Gordon Wagener (39). Der sympathische Shootingstar mit dem Studentenlächeln arbeitete bislang als Leiter des Mercedes Designzentrums in Los Angeles und verdiente seine Sporen als Direktor der Designstudios in Kalifornien und Japan. Ein Eigengewächs also, von dem wir in den nächsten Jahren einige frische Modelle erwarten dürfen. Dass er was von seinem Fach versteht, hat er bereits bewiesen. Am Design des SLR, der aktuellen S-Klasse sowie am SLK hat Wagener schon maßgeblich Hand angelegt. Was als nächstes kommt? „Ideen habe ich mehr als genug“ , sagt der junge Deutsche mit dem amerikanischen Namen. Es wird sich zeigen, wie viel von seinem jugendlichen Elan tatsächlich in die Serie fließen darf.
Die offiziellen Bilder des Mercedes GLK gibt es hier: Vorstellung Mercedes GLK
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