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Das Grande Sparfinale

 Christian Beckmann, 01.07.2008 in Partner- und Mitglieder-Blogs, automesse-live.de

Audi Effizienz-Marathon Teil 3 DiplayFast zwei Tage ohne Internet – für den (bloggenden) Online-Redakteur eine Katastrophe. Aber glücklicherweise lässt sich die Zeit an dieser Stelle ja mit einem einzigen Wort zurückdrehen. Sonntag: Peter und ich sind “on the road again”. Heute steht die finale Etappe des Effizienz-Marathons von Innsbruck nach Wien auf dem Sparprogramm. Bei strahlendem Sonnenschein. Nochmal rund 400 Kilometer im Auftrag des Dieselgeizes – die letzte Chance für uns, weiter nach vorne zu schleichen. Die Strategie für heute wir uns in auf den vergangen 1200 Kilometern hart erkämpft: Die nächsten Zehntel Verbrauch sollen durch eine weitere Absenkung der Geschwindigkeit fallen. Unser schlimmster Spritsäufer, die Klimaanlage, hat natürlich immer noch Pause.

Konstant unter 100 km/h gehört mit Sicherheit zu den bizarrsten Erlebnissen, die man sich auf einer Autobahn gönnen kann. Aber es hilft. Sparfuchs Peter hat unseren A4 mittlerweile auf eine 3,3-Liter-Diät gesetzt. 3,3 Liter im Schnitt! Auf 100 Kilometer! In einer sehr gepflegten, mit allen Wassern modernster Technik gewaschen Mittelklasselimousine. Und das macht es halt bizarr. Wenn uns unser Ehrgeiz ließe, könnten wir jetzt mit lauschigen 21 Grad Innenraumtemperatur und die zulässige Höchstgeschwindigkeit leicht beugend auf der linken Spur nach Wien fliegen. Das Ganze sehr unangestrengt. Und weit näher an der eigentlichen Bestimmung unseres Reisegeräts.

Audi Effizienz-Marathon Teil 3 Im ZielNa ja, hier geht es halt um das Sparpotenzial unterm A4-Blech, nicht um die Dynamik. Auf die Art und Weise, wie wir es ausgereizt haben, ist es natürlich ein wenig wirklichkeitsfremd. Wer lässt bei 35 Grad Außentemperatur schon freiwillig die Klimaanlage aus, so er eine hat? Aber: Es ist ein Wettbewerb unter Extrembedingungen. Das zeigen auch die für höfliche Menschen teilweise sehr gewöhnungsbedürftigen Reaktionen einiger Überholenden. Nicht nur deshalb wird keiner der Sparfahrer ein Auto jemals wieder so hypergemächlich bewegen. Die Beschäftigung mit dem Thema Spritdurst in dieser Intensität wird trotzdem Spuren hinterlassen, jede Wette. Da wird in Zukunft auf jeden Fall früher hochgeschaltet und sicher viel vorausschauender gefahren als vor dieser Tour. Auch wenn mein und Peters momentaner Drang eher in Richtung Vollgasparty auf der linken Spur geht. Wir sind Highspeed-Junkies auf kaltem, sorry, natürlich sehr heißem Entzug.

Autofahren, wie wir es bisher kannten, ist eben anders. Peter hat es perfekt beschrieben: “Man meint, man fährt den Computer, und nicht das Auto.” Und genau daraus beziehen wir beiden, Vertreter der Generation Playstation, unseren Spaß, wo auf den ersten Blick eigentlich gar keiner mehr ist. Ein kleines, unscheinbares Display im Cockpit, das aktuell eine 3,3 für den Tagesdurchschnittsverbrauch zeigt, hat der Tachonadel den Rang abgelaufen. Um jedes kleine Zehntel hinter dem Komma haben wir müham gekämpft. Die 3,7 des ersten Tages erscheinen uns heute als geradezu unfassbar hoher Verbrauch. Da waren wir aber auch noch nicht so verbissen.

Audi Effizienz-Marathon Teil 3Nach knapp sechs Stunden Fahrt laufen wir ins Wertungsziel in Melk ein, 70 Kilometer vor Wien. Peters rechter Fuß und sein Gespür für Gefällstrecken haben sich noch einmal selbst übertroffen: Der Bordcomputer stellt uns mit 3,1 Litern Tages- und 3,4 Litern Gesamtverbrauch auf 100 Kilometer ein blendendes Zeugnis aus. Dass das nicht für den Gesamtsieg reichen wird, ahnen wir, bei der Verkündung der Gesamtergebnisse in Wien haben wir die Gewissheit. Die knauserigsten Sparfahrer Stefan Schlesinger (24) und Paul Bokel (20) – unser Youngster-Team ! – haben die mehr als 1600 Kilometer des Effizienz-Marathons mit unglaublichen 3,32 Litern auf 100 Kilometer bewältigt, was auch Laudator Rupert Stadler (Foto Mitte), Audi-Vorstand, mit größten Respekt würdigt. Umgerechnet entspricht das einem CO2-Wert von 88 Gramm pro Kilometer – ein unfassbar niedriger Wert gemessen an den 134 g/km, mit denen der 120-PS-TDI offiziell veranschlagt ist.

Auf den weiteren Plätzen des Siegerpodests folgen mit 3,35 und mit 3,41 Litern die beiden Teams Mattias Schreck und Jürgen Schmidt sowie Olaf Gerlach und Jens Kupfer. Udo und ich werden mit offiziellen 3,44 Litern sechste – damit hat das Siegerteam des ersten Teils übrigens gewonnen.


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Siehe auch: Essen Motorshow - Schnittenalarm|Chromjuwelen bei kabeleins -> Mitschnitt :: UPDATE|PPC: Rolls Royce Turbo, Rover SD1 27 Liter V12|Power Big Meet 2006, Västerås: Mit dem 4 Liter Auto nach Schweden
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