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Bitte, bitte: einmal durchtreten!

 Ralf Bielefeldt, 29.06.2008 in Partner- und Mitglieder-Blogs, automesse-live.de

team3.JPG3,3 Liter. Was das beste Team der zweiten Effizienz-Tranche bis zur Halbzeit der Tour verbraucht hat, toppt sogar die erste Staffel der Verbrauchsfahrt. Auf der hatte am Ende Team 3 die Nase ganz vorn. Mit hauchdünnem Vorsprung in Sachen Verbrauch, aber deutlichem in puncto Tempo. Exakt 20 Stunden Fahrzeit benötigten Andreas Lang (42, vorn) und Adrian Bühler (28) für ihre 1630 Kilometer, macht einen Schnitt von 81,4 km/h. Ähnlich flott (20,4 Stunden/80,4 km/h) war nur das Team Dick/Anklam in Wagen 6. Doch die beiden spendierten ihrem Wagen im Schnitt 3,59 Liter – und nicht bloß 3,44. Was am Ende nur für Platz 8 reichte, so eng lag das Feld zusammen. Den Co2-Wert konnten alle Teams deutlich unter die 100er-Grenze drücken: 97 Gramm pro Kilometer waren es beim “schlechtesten” Team (Durchschnittsverbrauch 3,65 Liter), 91 Gramm bei den vier besten Teilnehmer-Duos. Beide Werte bewegen sich in einem Bereich, von dem nahezu alle Serienfahrzeuge nominal Welten entfernt sind. Den sie - effizientes Fahren vorausgesetzt – aber durchaus erreichen können. So der Fahrer es darauf anlegt. Und die Technik es zulässt.

kolonne.JPGKommen wir also mal aufs Arbeitsgerät unserer Effizienz-Fahrer zu sprechen. Auf den “kleinen” Audi A4 2.0 TDI. Bislang als 143-PS-Version unterwegs, ist er seit kurzem auch mit 120 PS lieferbar. Durchschnittsverbrauch bekanntlich 5,1 Liter Diesel, innerorts sind es 6,7 Liter, auf der Landstraße 4,1 Liter. Von null auf 100 geht es in 10,7 Sekunden, Vmax 205 km/h. Werte, die ausnahmslos jeder Teilnehmer gern mal ausgetestet hätte. Aber das war nunmal nicht drin, wenn man vorn dabei sein wollte (und jeglichen Ärger mit den strengen Ordnungshütern in der Schweiz und Österreich vermeiden wollte). “Schon bitter. Da ist man drei Tage lang mit einem funkelnagelneuen Premiumauto unterwegs und kann nicht einmal richtig Gas geben”, sagt Mathias Hertel (31), der mit Teamgenosse Oliver Hirn (43) auf Platz 7 kam (3,52 Liter/76,8 km/h).

gruppenfoto-vor-schloss-hellbrunn.JPG28.500 Euro kostet der 120-PS-TDI. Macht 1900 Euro weniger als für die 23 PS stärkere Variante (215 km/h Spitze, null auf 100 in 9,4 Sekunden, CO2-Wert 144 g/km, Durchschnittsverbrauch 5,5 Liter). Und gut 4000 Euro weniger als für die 170-PS-Version des Zweiliter-Diesels (ab 32.200Euro). Wie sparsam Mann und Frau das in Sachen Leistung abgespeckte Modell bewegen können, haben ausnahmslos alle Teilnehmer der Effizienz-Fahrt eindrucksvoll bewiesen. Auf beiden Touren waren es jeweils 22 Menschen, die zuvor nix miteinander zu tun hatten. Drei Tage saßen sie auf Gedeih und Verderb paarweise zusammen im Auto, per Los füreinander bestimmt. Gemeinsamer Antrieb: der Ehrgeiz, keinen Tropfen zu viel zu verbrauchen. Was in Zeiten ständig steigender Spritpreise nicht piefig oder spießig ist, sondern schlicht clever und vernünftig.

datenanalyse.jpgElf Teams, elf Autos, elf sehr ähnliche Verbräuche. Was auf der zweiten Tour für Werte erfahren wurden, berichtet Christian Beckmann in Kürze ausführlich. Angekommen ist der Tross inzwischen. Jetzt wird gerechnet. Für autobild.de war Beckmann auf der Strecke Wien-Basel-Wien durchgehend als Reporter und Teilnehmer dabei. Natürlich ohne Kühlung. Schwitzen fürs Klima - daran gewöhnt man sich, wenn unterm Strich die Rechnung stimmt. Bewusst eingesetzt, ist eine Klimaanlage oder gar Climatronic sicherlich eine tolle, äußerst komfortable Sache. Aber: Sie kostet echt Sprit. Durchgehend eingeschaltet, wären die Teilnehmer – wie sich am Ende zeigte – vielleicht auch angekommen, aber sicher nicht mit solchen Reserven: Bis zu 300 Kilometer Restweite zeigten die Bordcomputer auf Tour 1 an. Wenn Sie in Zukunft seltener tanken wollen, sollten Sie mal darüber nachdenken.

Effizient fahren, das wollen Sie in Zukunft auch? Okay, hier die Tipps und Tricks der drei Siegerteams von Tour eins:

1. Immer gucken, was weit vor einem passiert: Frühzeitig vom Gas gehen, das vermeidet unnötiges Bremsen und Beschleunigen (”vorausschauend fahren”, wie es so schön heißt).

2. Früh hochschalten: Drehmomentkurve ausnutzen, bei circa 1400 bis 1500 Umdrehungen (im Falle des 2.0 TDI) in den nächsten Gang wechseln. Wichtig: Darauf achten, dass die Drehzahl nach dem Gangwechsel nicht unter 1000 Touren fällt.

3. Bergab auskuppeln, wenn Gefälle groß genug, um Fahrt aufzunehmen. Bei leichtem Gefälle im höchsten Gang rollen, Nullverbrauch bei Schubabschaltung ausnutzen.

4. Nicht den Tempomat benutzen!

5. Im 5. Gang in der Stadt mitschwimmen, bei längerem Ampelstopp Motor aus.

6. Windschatten ausnutzen: Mit Tempo 90 hinter Bus oder Lkw fahren.

7. Unnötigen Ballast aus dem Auto räumen. Jedes Gramm will bewegt werden und kostet folglich Sprit.

8. Volle Konzentration auf den Momentanverbrauch (Durchschnittsverbrauch interessiert erst bei der Ankunft).

9. Fenster nur in der Stadt oder im Stand weit öffnen.

10. Wie mehrfach gepredigt: Klimanlage aus! Lüftung kühlt auch, wenn es sein muss.


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