Eine Zigarre ziert den Innenraum des Audi V8 unseres werten Bloggers Sandmann. Nicht um ihn in unserer cleanen und rauchfreien Welt zu denunzieren, erwähne ich diesen Umstand; nein, ich will nur kurz beschreiben, woran man wahre Qualität erkennt. Kraftwagenqualität natürlich. Und zwar am Innenraum. Gestern durfte ich wenige Meter im bundesweit bekannten Sandmann-Audi bewältigen, war Gast in seinem oktanreichen Refugium. Ja, dem rabenschwarzen Bonzenkäfig aus der Audi-Manufaktur mit Leder und bald ohne TÜV. Doch das ist eine andere Sache.
Mehr als 400.000 Kilometer zeigt die V8-VDO-Walze im Cockpit, rot beleuchtet wie gut geführtes Freudenhaus. Wer hier sitzt, will den Tachostand nicht glauben. Die Sitze sind straff wie am ersten Tag, zeigen null Verfallserscheinung. Nun mag dies auch an der Nutzung liegen, bestimmt transportiert Herr Sandmann keine Frau mit einer Konfektionsgröße über 34. Allerdings ist er auch nicht der Erstbesitzer, über das Gewicht der Ur-Besatzung darf heute nur spekuliert werden.
Die Oberfläche der Ledersitze ist frei von grausigen Rissen, die Sitzwangen des Youngtimers geben mehr Seitenhalt als die Teilleder-Fehlkonstruktionen in meinem acht Monate altem Mini Cooper. Sagte ich schon mal, dass dieser Mini eine beispiellose Fehlentscheidung war und ich vor Nachahmung nur ausdrücklich warnen kann?
Früher prüften Gebrauchtwagenhändler mit Emigrationshintergrund den Fahrzeugzustand mittels Tritt ihrer Deichmänner gegen das Vorderrad. Ich möchte an dieser Stelle ein Probesitzen als weiteren Prüfpunkt empfehlen.