Mir sträubten sich alle Nackenhaare als ich am Samstag bei strömendem Regen das “Einheitsbrei”-Auto besichtigte, aber eher wegen des frösteligen Wetters. So schlimm war es dann doch nicht, also wieder mal ein Vorurteil abgebaut. Der Wagen ist rosttechnisch in gutem Zustand. Ein paar kleine Stellen an der Frontscheibe und der Heckklappe, sowie ein paar “Park-Beulen” von Türen nicht so umsichtiger Autofahrer. Technisch sieht es da schon anders aus…
Neben abgefahrenen Reifen, Bremsscheiben und Bremsbelägen an der Verschleißgrenze, porösen Bremsschläuchen, verschlissenem Zahnriemen und mehrfach undichtem Auspuff ist der wesentlichste Punkt eine defekte Kopfdichtung. Der Öldeckel ist voll von gräulicher Schlacke, einem Gemisch aus Wasser und Öl. Dann sind da noch diverse Kleinigkeiten, aber dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.
Kauf und Bestandsaufnahme
Letztendlich haben wir uns auf 250 Euro geeinigt, insbesondere weil mein befreundeter Mechaniker dabei war. Ich hab den Wagen dann gleich mitgenommen und zu seiner Werkstatt gefahren.
Dort wurde sofort der Zylinderkopf runtergeschraubt und der defekten Kopfdichtung auf den Grund gegangen.
Hier hatte sich wohl schonmal ein Bastler versucht und beim entfernen der alten Dichtung nicht alles richtig gemacht. Jedenfalls muss das Ding zum Planen gebracht werden. Der sonstige Zustand des Motors ist aber sehr gut. An den Zylinderwänden sind keine Abnutzungen zu erkennen. Kommentar von meinem Kumpel: “Der hält nochmal 200.000km”. Wollen wir es hoffen.
Ist halt einiges dran zu machen und das wird wohl ein paar Tage dauern. Dazu schreibe ich dann aber nochmal Details. Insbesondere der Lack und die Innenausstattung brauchen ein wenig Zuwendung.
Zulassung und Versicherung
Den ersten Schock bekam ich dann Montag morgen beim Versicherungskaufmann meines Vertrauens. Bei “SF 10″ kostet die Kiste sage und schreibe 530,- Euro für Haftpflicht mit Teilkasko, bei 25.000km im Jahr und “Laterneparken”. Ich hoffe da geht noch was, denn ich brauche den Wagen ja nicht das ganze Jahr. Zum 30.11. kann man die Versicherung ja problemlos wechseln.
Wie soll sich bloß ein Fahranfänger so einen Wagen leisten? Da heißt es dann wohl nächstes Mal: Erst die Versicherungskosten abchecken und dann das Auto kaufen. Da bin ich wohl ein wenig Blauäugig gewesen.
Die Zulassung war problemlos und hat sage und schreibe 20 Minuten gedauert. Ich wohne halt auf dem Lande.
Steuern
Wieder so ein Thema dass man sich vorher überlegen sollte. Der Golf hat zwar einen G-Kat, aber nur die Einstufung Euro 1. Bei einem 1,8l-Motor kommen da mal eben: 18 x 15,13 Euro = 272,34 Euro Steuern pro Jahr zusammen. Glücklicherweise gibt es da einen Umrüstsatz mit einem KLR (Kaltlaufregler) für diesen Motor von der Firma Twin-Tec , wie mir der Kollege Eickmann heute verriet. Wie das funktioniert werde ich bald berichten können, denn das lohnt sich in jedem Fall.
Fazit des Wochenendes
Ein billiges Auto ist noch lange nicht günstig. Insbesondere die “Nebenkosten” für Reparaturen und Unterhalt sind ein wesentlicher Bestandteil so eines Kaufs und sollten vorher geklärt werden. Ich werde nach der anstehenden TÜV-Prüfung eine komplette Aufstellung der Kosten aufbereiten und mal sehen, ob ich im Budget von 1.000 Euro bleiben konnte. Ich bin gespannt.
Also warte ich jetzt mal darauf, dass der Kopf vom Planen zurück kommt und alle technischen Mängel behoben sind. Dann gibt´s Fotos und weitere Details von meinem “automobilen Alptraum”.
Siehe auch: Fluchtwagenfahrer aufgepasst|Fotos: Lüneburg, Rotenburg, Berlin, Heidelberg|Volkswagen: Sei Knightrider|Drivven.de: "Liebe geht durch den Wagen"|VW: Augen auf beim Ersatzteilkauf|Racegarden.com: Top Gear Abenteuer, Supersportwagen und Spitzhacken-Piercings|Holzverplankte Wagenburg |