Schon wieder Porsche. Langsam nerve ich meine Umwelt mit diesem Thema gewaltig, wie Personen aus meinem Lebensumkreis wiederholt behaupten. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Blog-Story “Wie werde ich Porsche-Fahrer “? Von der Idee des alten 924/944 oder gar 928 habe ich mich mittlerweile verabschiedet. Es ist einfach nur Schrott am Markt, die wirklich guten Autos parken seit Jahren in warmen Garagen. Und ein jugendlicher 911 kostet nicht viel weniger, als etwa ein neuer Boxster.
Also Boxster. Anfangs wollte ich ja einen leasen, doch so eine finanzielle Verpflichtung auf Zeit ist einfach unschön und nimmt dem Sechszylinder die Freude. Seit meiner Scheidung unterschreibe ich nicht mal ein Zeitungsabo, weil ich vor Bindungen Angst habe. Abgesehen davon: Ich will das Auto vielleicht auch länger behalten, eventuell ein erster Schritt in Richtung Beziehungstauglichkeit. Und deshalb wanderte ich nach einem Kassensturz zum Porsche Zentrum Hamburg Nord-West .
Gähn, schon wieder so eine langweilige Autoverkäuferstory werden Sie nun denken… Aber es kam anders. Freundlich empfangen wurde ich nämlich durch eine Dame. Nun habe ich seit vielen Jahren ein stabil ausgeprägtes Rollenbild und bin bestimmt nicht frei von Vorurteilen. Ob gut oder nicht ? es hat sich einfach so mit der Zeit ergeben. In meiner Welt verkaufen Frauen vielleicht Wohnungen, aber bestimmt keinen Porsche. Nein, niemals, darf einfach nicht sein. Frau und Porsche…
Jetzt aber überlege ich stark, manch Vorurteil zu überdenken. Frau Nachtigal, so der Name der Porsche-Verkäuferin, macht ihren Job nämlich mehr als gut. Langsam konfigurierte Sie den Traum-Boxster und gab dazu echt gute Infos. Ihre Argumente klangen nicht wie aus dem Leitfaden für Porscheverkäufer, vielmehr hatte sie das Thema einfach drauf und mag Ihr Produkt mindestens so wie ich. Dabei ging es Ihr ganz offensichtlich nicht nur um Umsatz, denn manch Tipp half dem Kunden mehr als dem Konzern. Problemlos hätte sie mir die teureren 18-Zoll-Räder einreden können. Machte sie aber nicht. Sondern stellte fest, dass ich bei meinem Komfortanspruch vermutlich mit 17 Zoll wunderbar leben kann. Ohne Aufpreis. Das schafft Vertrauen.
Ob ich nun einen Porsche bekomme? Hmm… ist ja schon viel Geld. Kollege Arian, er verbringt nahezu den halben Arbeitstag Sonntag bei www.porsche.com und träumt vom 911, rät grundsätzlich zu mehr Action im Alltag.
Demnächst habe ich ja einige Urlaubstage und werde mir die Sache mehr als gründlich durch den Kopf gehen lassen. 2007 ist der Kauf aber jedenfalls fällig. Und was meine Vorurteile angeht: Ich würde Frau Nachtigal durchaus einen Porsche abkaufen.
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