Für autobild-blog.de unterwegs in Richtung Mongolei: Roman Wildeis Peter, mein Begleiter für die nächsten Wochen, wirft sich todesmutig in den Regen gegen London gerichtet. Nach der Wahnsinnsstrecke von 30 Kilometer versagt der Scheibenwischer seinen Dienst. Oh Gott, jetzt schon technische Defekte, dass kann ja heiter werden. Hochgerechnet auf die Strecke wären das etwa 400 Pannen. Zum Glück sind wir technisch gut gerüstet und mit einem Schraubenzieher wurde die lockere Schraube wieder festgezogen. Weiter im Leben.
Erster Tankstop (circa 300 Kilometer später). Nächste Gemeinsamkeit mit den Fahrern: Susi, unser Suzuki, entpuppt sich als haltlose Trinkerin… nicht nur bei ihren 91 Oktan Softdrinks, auch bei den wirklich harten Sachen ist sie gut in der Ölung.. 1/2 Liter auf diese Strecke! Erdöl ist knapp auf diesem Planeten, der Weg in die Mongolei noch weit.
Peter drosselt die wahnsinnige Geschwindigkeit von 100 km/h um gut und gern 10 Prozent, um die Trinkfreudigkeit von Freundin Susi etwas einzuschränken.
Nächste Tanke: Susi pfeift auf den Geschwindigkeitstrick und säuft weiter. Wollte auch den Rest des Liters noch intus nehmen. Auf der weiteren Strecke bis London enpuppt sich unsere Freundin als Quartalsäuferin: Sie hat ihren Spiegel offensichtlich erreicht und beim ist in Sachen Ölverbrauch auf Katerstimmung. Anscheinend hat ihr der Stoff nicht so gut getan. Wir werden Sie in ihrer Abstinenz bestärken.
Tag 1:
Nach 18 Stunden ist London erreicht und nach weiteren zwei Stunden sogar der Hydepark. Ein Parken im Fahrerlager der soeben startenden Africa Rallye ist nicht möglich. Auch andere Mongolen werden abgewiesen. “Your Start is tomorrow” Dies kostet uns bis morgen zwei Parkstrafen von den freundlichen Ordnungskräften aus Westminster, die auch gut sichtbar am Auto bis in die Mongolei mitreisen werden.
Nun trifft auch Roman nach harter Reise (zwei Stunden mit Drinks im Flieger, leider keine Drinks im Airport Express bis Paddington, aber das erste Guinnes direkt danach…) in London ein, damit ist das Team komplett!
Bricklane Cafe 1001, des Abends: Prelaunch Party. Bei einem Starterfeld von 300 Teams sind doch stolze 20 Leute anwesend. Besonders zu erwähnen sind die Iren ganz in Pink und besonders entzückend die Australierinnen. Diese sind vor zwei Wochen in London angekommen, haben ihr Auto gekauft und umbauen lassen und nun sind sie auch startbereit.
Nach einem indischen Dinner bewegen sich die Helden ins Hotel, um für den Start gerüstet zu sein.
Nächster Morgen. Nach einem britschen Kaffe… also da ist der Norddeutsche in Hamburg noch besser… in den Hydepark. Und in die erste Schlange.. bei 260 startenden Autos bekommen wir einen Parkplatz an ausgesuchter Stelle hinter den Funnycars. Die liebevollen Umbauten und unsere strahlend weisse Montour inklusive rot-weiss-roten Kravatten haben sich gelohnt.
Als die Russen von Queen “We are the Champions spielen”, sind auch die ca. 10.000 johlenden Zuseher ergriffen still. Na mal sehen, wer ein wirklicher Champion in Ulan Bator sein wird.
Danach reihen wir uns in den Fliessverkehr von London ein. Nicht so einfach, hier rauszufinden. Wir beschließen, uns ans Vorderfahrzeug mit britischem Kennzeichen anzuhängen. Dieses Vorhaben scheitert an der ersten Roten Ampel. Allerdings haben wir nun mit österreichischem Kennzeichen drei britische Verfolger… ob dies eine gute Orientierungsnote für diese Fahrer ergibt? Trotzdem finden wir den Weg nach Dover und auf die Fähre.
Wieder am Kontinent: Roman hat sich auch schon an Suzies kleine Mucken gewöhnt und auch ihr Gusto auf Öl hat anscheinend nachgelassen. Die erste Tankstelle und die ersten Teams: ob es wohl ein gutes Zeichen ist, wenn man sein Auto betankt und der Sprit dabei gleich wieder auf den Boden ausläuft? Die zwei Engländer nehmen es gelassen und meinen, mit Dichtkitt kämen sie schon bis in die Mongolei.
Tag 2:
Der zuvorgefasste Entschluss, Deutschland bei Nacht zu durchfahren ist wohl richtig. Damit treffen wir auch wirklich als Etappensieger im techischen Klenova ein und begießen dies mit einem verdienten Frühstücksbier mit den gleich nach uns eintreffenden zweitplatzierten Briten (ebenfalls in einer Suzi, die allerdings lang nicht so schön ist wie unsere…). Vom Africa Corps ist auch nur ein Team hier…). Wir beschließen, die Zeit bis zur Abendveranstaltung auf der Burg in einem Bett zu verbringen und begeben uns in die Stadt.
Des Abends füllt sich die Wiese tatsächlich mit den meisten der bis dahin durchgekommen Teams, doch die Freiluftveranstaltung wird durch ein anziehendes und abgehendes Gewitter etwas durchnässt, wodurch wir zivilisiert um kurz nach Mitternacht ins Bett kommen.
Tag 3:
Das Ziel heisst Lemberg, auch Krakau genannt. Noch sind Reifen und Tanks im Innenraum, da das Wetter ein offenes Fahren sowieso nicht wirklich zulässt. Wir bleiben drann. Man wird davon lesen. Hier, im autobild-blog.
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