Irgendwann habe ich mir mal die Frage gestellt, was eigentlich das beste Alltagsauto unter den Youngtimern ist, wenn man maximal 10.000 Euro ausgeben und 10.000 km im Jahr fahren will. Meine Kriterien waren dabei:
Niedrige Unterhaltskosten
Praktisch im täglichen Betrieb
Kein Schnickschnack, der sowieso nur nervt ? das Wesentliche zählt
Muss Fahrspaß bieten ? In irgend einer Form reizvoll und interessant soll?s schon sein
Als Ergebnis kam heraus: MGB GT
Und zwar das von den Fans geschmähte Gummimodell von 1974-1980. Warum?
Das ?Gummiboot? ist preislich am untersten Level der B?s angesiedelt, solide Exemplare Zustand 3 kosten ca. 6000 Euro. Und damit kommen wir auch schon zum Stichwort…
Unterhaltskosten. Hier macht der GT die meisten Punkte. Durch den überschaubaren Kaufpreis kann man es wagen, auf eine (leider teure) Vollkaskoversicherung zu verzichten, was schon mal ordentlich spart. Die für alle Autos vorgeschriebene Haftpflicht ist hier so billig wie nirgendwo sonst: Traumklasse 10 ist angesagt! Alle Modelle bis 1977 können ein H-Kennzeichen erhalten, was die Steuerlast auf pauschal 192 Euro Steuern im Jahr begrenzt. Die anderen Modelle folgen in den nächsten Jahren. Sämtliche Ersatzteile sind problemlos erhältlich, es gibt mehrere Anbieter. Und die Preise sind der einfachen Technik entsprechend günstig.
Wartungsaufwand: ist etwas höher, es gibt noch Schmiernippel am vorderen Fahrwerk und die Vergasereinstellung muss des öfteren kontrolliert werden. Ölwechselintervall: 10.000 km. Der Verbrauch dürfte bei etwa 10 Litern auf 100 km liegen, das ist gerade noch akzeptabel. Wertverlust gibt es bei guter Pflege keinen. Billiger kann man kaum Auto fahren.
Nahmkampf: Mit seinen Gummistoßstangen kann man sich auch mal beim Einparken leicht verschätzen (oder das Verschätzen anderer verschmerzen), ohne dass gleich Kunststoff reißt, Lack verkratzt oder teurer Chrom beschädigt wird. Der GT hat eine praktische Heckklappe und umlegbare Rücksitze, so kann man auch größere Dinge verstauen, so lange man nur zu zweit reist. Als Familienauto taugt der MG nicht, diese Einschränkung muss bei meiner Empfehlung berücksichtigt werden. Ich bin halt von meiner derzeitigen Situation ausgegangen.
Schnickschnack: Der GT ist ein 70er Jahre-Auto, an dem nicht viel dran ist. Was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen. Keine Elektronik, alles manuell. Bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung ist ein MGB entgegen seines Rufes sehr zuverlässig.
Fahrspaß: Man sitzt tief, der Straße nah, und blickt auf klassische Rundinstrumente. Der Motor hat Drehmoment aus dem Keller und klingt für einen 1.8er Vierzylinder erstaunlich satt. Das Fahrwerk ist unproblematisch, erst recht wenn man das höhergelegte Fahrwerk der späten Versionen wieder auf das alte Niveau der früheren Versionen runterholt.
Auf dem Bild ist das schönere Chrommodell zu sehen, das zwar auf den ersten Blick reizvoller ist, aber auch im traurigen Zustand 3 mit knapp 2000 Euro mehr zu Buche schlägt. Für Fans und Sammler klar eine Empfehlung, für den Alltag bleibt mein Sieger aber das Gummimodell. Vielleicht kaufe ich mir irgendwann mal einen.
Siehe auch: Chromjuwelen: Nix wie rein, in die neuen Mitglieder-Galerien!|Fotografie: www.hotpix.at lässt es krachen|Fast Food Duell (kabel eins): Ingo Sillus kocht|Mille Miglia 2009: Twittalia (Bilder, Reisetagebuch)|chromjuwelen: Oups! Das hätte schief gehen können ... #hotrod #crash http://ff.im/-6PF5z|Wenn der Mustang dreimal klingelt|Granata (Udo Fink): Reifenwechsel |