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Tagebuch eines Autofahrers

 Sandmann, 19.05.2009 in Partner- und Mitglieder-Blogs, autobildblog.de

Liebes Tagebuch.

Würden Sie diesem Mann einen Apfel abkaufen?Wie du ja weißt, fahre ich meinen alten Audi nicht nur einfach so. Ich mache ihn auch manchmal sauber, ich schlafe in ihm oder ich bin böse auf ihn. Und von Zeit zu Zeit treibt es mich zu Anderen, die ihren alten Audi auch nicht einfach nur fahren. Ich glaube, das ist so eine Art ansteckende Krankheit. Ich mein - warum durchkreuzen Menschen die ganze Bundesrepublik, nur um sich mit anderen Menschen zu treffen, die das gleiche Auto fahren? Das ist doch bescheuert, was soll das denn bringen? Was ich heute lerne: V8-Fahrer sind einfach nicht normal, einige weniger, andere noch weniger. Die Katze hat zum Stellldichein in den Schwarzwald gerufen, die Gemeinde bewegt sich. Von Kiel nach Tiengen. Aber, liebes Tagebuch, erwarte nicht nur Autos…

No time to go to sleep…

Die Dänen können mehr als nur Hot DogsFangen wir vorne an. Vorne ist erst einmal ein Konzert von Tina Dico in der Fabrik in Hamburg am Donnerstag Abend. Kann man ein langes Autowochenende attraktiver einleiten? Nein, das kann man nicht. Die kraftvolle Stimme der schönen, in London lebenden Dänin lullt mich ein und soll mir die kommenden Tage nicht aus dem Kopf gehen. Sie singt mir ein bisschen aus der Seele. Who’s gonna sing the song of change, if no one can imagine life outside the beaten track… Es sind die letzten, schlaflosen Stunden vor einem schlaflosen Wochenende. Aber Schlaf wird in Deutschland völlig überbewertet. Was ich heute lerne: Es gibt noch immer Musik, die mich sentimental macht. Und gekaufte CDs geben einem in der heutigen Zeit irgendwie ein erhabenes Gefühl.

Wenn man nicht alles alleine macht!Erhabene Gefühle zerplatzen wie Seifenblasen, wenn man ohnehin zu spät loskommt, den Kaffee viel zu schnell herunterspült und nach irgendwann erfolgtem Aufbruch - im Stau steht! Ich habe noch nicht einmal die Elbe unterqueren können, da wird im Tunnel die Höhenkontrolle ausgelöst und alles steht still. Zwar nur für 30 Minuten, aber Freitag Morgens, wenn man noch insgesamt 900 Kilometer vor sich hat, kann das einen sehr zermürben. Die Stopschilder blitzen sich wie Schreie in die Netzhaut. Ich will wieder in das warme Bett… Was ich heute lerne: Die drei CDs von Tina Dico entspannen mich auch im Stau. Who’s gonna stop a running train, if no one cares to dwell or no one wants to look back. Ich verweile und ich weiß die Antwort: Die Höhenkontrolle.

Hier kann man wohnenLiebes Tagebuch, da ich dir einmal versprach, in dir nicht mehr zu fluchen, beschreibe ich nicht meinen Hinweg über die A1, Münster, Frankfurt, Freiburg bis zur V8-Schmiede. 18.45 Uhr. Kurz noch in Gegenwart von DEM Jens ein paar importierte VW Passat Schweller übergeben und dann der Katze in ihrem frisch überholten ragusagrünen V8 nach Tiengen/Schwarzwald gefolgt. Jedenfalls versuche ich es. Der Regenschleier und meine mausetoten hinteren Radlager lassen mir ein Limit von 160km/h, was für Katze eine Art Schrittgeschwindigkeit zu sein scheint. Und immer noch singt mir Tina ins Ohr: You got no one to follow, and no one will follow you. Ain’t that a relief. Das kann man so oder so sehen. Ich werde am späteren Abend mit einer hervorragenden Sezuan-Ente beim Chinesen und anschließend einem urgemütlichen Hotelzimmer im Landgasthof Rössle in Berau belohnt. Was ich heute lerne: Kleine Frauen in großen Autos können beeindruckende Fahrleistungen an den Tag legen.

Achsensymmetrie hinter SiglachromFrühstück wird in Deutschland unterbewertet. Im Schwarzwald nicht. Mit dem guten Gefühl, vermutlich die kommenden drei Tage nichts mehr essen zu müssen verlasse ich den Gasthof Rössle am frühen Morgen. Katzes “Mig” soll ein neues Radio und neue Frontlautsprecher bekommen. Das eigentliche Treffen ist erst morgen. Als gelernter Kommunikationselektroniker halte ich mich prädestiniert für diese Aufgabe und mache mich mit der Lötstation, der Abisolierzange und den Schrumpfschläuchen an die Arbeit. Natürlich muss wieder der V8-Zeit-Bonus mit eingerechnet werden, den die ursprüngliche Verkabelung ist nur optisch von der Zündung unabhängig. Irgendwelche schnellen Kabelklemmen entferne ich, Dauerplus wird an beide Eingänge gelegt und alles wieder sauber verschweist und zärtlich im DIN-Schacht versenkt. Was ich heute lerne: Wenn man rot/blau vom Warnblinker abreißt, geht der normale Blinker auch nicht mehr.

Wo bekommen Sie ihren Strom her?Die direkte Nähe zur Schweiz lässt natürlich spontane Besuche zu. Noch gefühlt hinter Katzes Armaturenbrett steckend meldet sich telefonisch und per Mail Stefan H., besungener Hüter der Youngtimer-Schätze, und kündigt seinen Besuch in Berau an. Und das gleich uneigennützig mit jenem begehrenswerten grünen Granada im Neuzustand! Ich bin ganz aus dem Häuschen, liebes Tagebuch. Und so verschieben Katze, ihre Freundin Susi und ich unsere kleine Tour durch den Schwarzwald trotz erfolgreichem Radioeinbau ein wenig nach hinten. Das Plüschwunder der Herrn H. soll schließlich standesgemäß probegefahren werden.

Autofahren macht glücklichEs schleicht sich eine dezente Gänsehaut über den vom Hinweg verspannten Rücken, lässt man jenen 1981 gebauten Ford-Saurier mit dem V6 und dem Automatikgetriebe über die schöne Landstraße gleiten. Auch fast 30 Jahre später kann man mit Fug und Recht behaupten: Mehr Auto braucht kein Mensch! Das Federkerngestühl sitzt sich wie Großvaters Fernsehsofa, sechs Töpfe brabbeln zufrieden vor sich hin und die Rundumsicht erstreckt sich durch eckige, flache Scheiben über eine nicht enden wollende Motorhaube. Ich träume von meinem Coupé und nehme mir vor, ihm wieder einmal ein wenig Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Autos in diesem Alter sind einfach etwas ganz Besonderes… So who’s gonna sing the song faith if no one prays for anything that can’t be bought and sold. Ach, Tina…

Die Schaffhauser AutoapothekeWenn wir schon bei Glaube und Seele sind: Der Ford des Herrn H. hat davon reichlich! Vom original akribisch geführten handschriftlichen Fahrtenbuch der Erstbesitzerin über die lückenlosen Servicestempel bis zur “Schaffhauser Kleinapotheke” belegen liebevolle Fragmente eine komplett erhaltene Autohistorie! Was für ein Erlebnis. Stefan gelobt, zum morgigen Treffen sogar sein altes Coupé mitzubringen, wenn seine Termine es zulassen. Noch immer pappsatt vom irgendwie selbstgeschlachteten Frühstück geht es jetzt auf eine Erkundungstour durch die unbekannten Ecken des Schwarzwalds! Liebes Tagebuch, kennst du den Hotzenwald mit seinen inzüchtigen Bewohnern? Oder den schönen Dom mit der Grabstätte des heiligen Nikolaus? Warst du schon einmal im Schlüchtal? Nein? Was ich heute gelernt habe: Der Schwarzwald ist erst richtig schön, wenn man ein grünes Auto hat.

Audis und Audis, aber alle schönTiengen im Schwarzwald, irgendwo zwischen Feldberg und dem schweizer Atomkraftwerk Leibstadt. Irgend ein einheimisches Tier schlief heute Nacht auf meinem Auto, glitt des Morgens unkontrolliert auf dem Morgentau die Scheibe herunter und überschlug sich mehrfach über den Kofferraumdeckel. Während ich noch mit vollem Körpereinsatz und ein wenig Caramba Magic Wonder diese Spuren beseitige, sammeln sich die ersten Audis auf dem Marktplatz. 26 Stück sollen es werden, und Herr H. taucht tatsächlich mit seinem blauen Audi Coupé S auf. Was für ein wunderschöner Anblick! Generationen von Automobilen reichen sich die Hand. But if you don’t question what has been… Does it mean that you don’t care what’s coming next. Wenn man erst einmal einen Ohrwurm hat… Nicht nur die Generationen reichen sich die Hand, nein, ich treffe auch neben Stefan H. meine schweizer Freunde Michi und Roy wieder, die es ja nicht weit haben!

Der Herr der Ringe, wenn auch fremdproduziertAuszeit, kurz und intensiv. Herr H. muss noch weiter zu einem längst verabredeten Grillieren, deshalb nutzen wir die verbleibenden Minuten für eine kleine unzüchtige Ausfahrt im Coupé, ähnlich wie gestern mit dem Granada. Mit dem Unterschied, dass es für das Coupé nur einen einzigen in Frage kommenden Fahrer gibt, und das bin nicht ich. Aber auch vom Beifahrergestühl ist der Ritt ein Erlebnis, die Doppelquerlenker-Vorderachse liegt bretthart und der Motor brummt begierig und frech. Ich stelle mir daneben einen Suzuki Alto vor und werde blass vor Scham. Gebt mir die 70er zurück, zumindest was die Autos anbelangt. Was ist das? Vor uns waren offensichtlich schon ein paar fröhliche DKW-Biker hier. Was ich heute gelernt habe: Kornkreise sind im Schwarzwald aus schwarzem Gummi.

Die die warten komm’ in GartenZurück zu verzinktem Blech und Motoren aus Aluminium. Katze und Susi verteilen an die nun vollzählig angereisten Achtzylinderpiloten eine Übersichtskarte mit der geplanten Strecke. Das navigationshörige Volk - ich zähle mich dazu - nimmt den Übersichtsplan begeistert entgegen, scheitert jedoch schon am Tiengener Innenstadtverkehr. Auf der ersten Ausfallstraße fehlt bereits fast die Hälfte des Konvois, aber die Vorfahren warten brav am Straßenrand. So viel Zigarette muss sein. Liebes Tagebuch, wie würdest du so etwas machen? Darf man einfach ein paar Autos quer stellen, um den Verkehr zu stoppen? Oder macht man sich da strafbar? Weißt du das?

Weibliches ParkverhaltenKeine Zeit zum Schlafen. Weiter oben in den Bergen entlang der schönen Strecke macht die Gemeinde eine erneute Pause, weil Herr H. im Coupé und einige weitere Vergessene fernmündlich bei der Rennleitung mit den travertinfarbenen Sitzen ihren Streckenverlust angekündigt haben. Wir sollen sie viel später wieder einfangen, aber bis dahin wollen die verbliebenen Autos gewendet und neu ausgerichtet werden. Die V8s von Carsten und Markus G.B. sind offensichtlich erleichtert über den kurzen Stopp und kündigen ihre Freude durch verdampfenden Ölverlust am Einfülldeckel an. Billige Pyrotechnik vor der omnipräsenten Kühlturmkulisse von Leibstadt. Hier oben ist es so einsam, dass das einzige vorhandene Handynetz das schweizer Sunrise ist. Chef Eickmann kann dies nicht wissen, ruft mich in diesem Moment an und treibt mich binnen weniger Gesprächsminuten in eine Roaming-Pleite auf deutschem Boden! Was ich heute lerne: Wenn du im Konvoi fährst, achte darauf, dass du allzeit ein bekanntes Auto vor dir hast.

26 Boliden sperren die StraßenWer kennt nicht das schöne Flüsschen Schlücht? Es schlängelt sich durch eine Schlucht, das Schlüchttal, wo sich zwischen fallendem Geröll, lebensmüden Motorradfahrern und dunklen Tannenwäldern eine serpentinenreiche schmale Straße windet. Für ortsansässiges Getier muss die Kulisse bedrohlich wirken. 26 Achtzylinder donnern durch die Kurven, bremsen, beschleunigen und hinterlassen bei entgegenkommenden Passanten einen bleibenden Eindruck. Ja, liebes Tagebuch, was glaubtst du, wo es überall langgeht? Sogar an der berühmten Tannenzäpfle-Brauerei in Rothaus sind wir vorbei gekommen! Später wechselt Susi noch von der Katzen-Pole-Position in mein etwas weiter zurück hängendes Gefährt, um gegebenenfalls Nachzügler auf den rechten Weg zu bringen.

Der Todesort vieler SchwedenDas stellt sich unterdess als gar nicht nötig heraus. Als die Luft schon ein wenig dünner wird, winke ich den Doc rein, ein wenig später finden wir auch Herrn H. und sein blaues Coupé wieder. Man ist komplett. So erleben wir bei Kaiserwetter die liebevoll ausgearbeitete Strecke und passieren sogar ein paar geschichtsträchtige Punkte wie den “Schwedenfelsen”, wo nach dem 30jährigen Krieg die schwedischen Gefangenen in den Tod gestürzt wurden. *grusel* Ein bisschen Mille Miglia Feeling kommt wieder einmal bei mir auf… Was ich heute gelernt habe: Überbeanspruchte UFOs (die innenumgriffenen Scheibenbremsen des V8) stinken bergab genau so wie andere Bremsen.

Essen hält Leib und Seele zusammenWegen unerwartet vieler Anmeldungen hat Katze die eigentlich geplante Mittags-Kulisse der Küssaburg zurück ins Rössle in Berau verlegt. Nachdem man hier heute Morgen schon für eine kapitale Magendehnung bei mir gesorgt hat, ist man nun bemüht, allen gemeinsam den Rest zu geben. Von Wurstsalat über Schnitzel bis zum Kalbsragout werden schwarzwälder Köstlichkeiten serviert, denn Auto fahren macht hungrig. Träge vor sich pendelnd finden sich alle wieder bei den parkenden Boliden ein, der Tag ist noch recht jung und man könnte ja noch zum Schluchsee fahren, oder? Somewhere along the line you gave up askin’, when it got a little too complex. Aber, liebes Tagebuch, hast du einmal etwas von Tarantinos “Death Proof” gehört? Nein? Dann schau mal hier, das ist sozusagen eine Szene aus dem Film:

Und das sind noch die normalsten Aktionen von und mit Christian… Man beachte, wie er von der polierten Haube glitscht :-) Was ich heute lerne: Man kann auch ohne einen Dodge Challenger Spaß haben.

Aur Docs können feucht werdenLiebes Tagebuch. An den sandigen Ufern des Schluchsees sieht es ein bisschen aus wie im berühmten Südseecamp, nur mit ein paar mehr Höhenmetern drum herum. Deutet man die Blicke der Schmiede-Team-Mitglieder richtig, bleiben einem zwei Möglichkeiten: Entweder man hält sich immer hübsch weit hinter den Herren, oder man legt rechtzeitig Telefon, Brieftasche und Schlüssel beiseite. Somewhere along the line you just stopped walking, when the undercurrent got too strong. Doktor Schlunz (vorn im Bild) ist dies nicht gelungen. Unglaublicherweise finden sich jedoch später in seiner Zigarettenpackung noch trockene Exemplare. Am Abend raucht er aber auch die feuchten. Was ich heute lerne: Niemals zu dicht bei Carsten dem V8-Schmied stehen, außer er schenkt dir gerade ein T-Shirt mit deinem Namen drauf.

Hubraumwunder im WetteiferEs müssen ja nicht immer Autos sein. Das habe ich seit den vergangenen Treffen ebenfalls schon lernen können. Tief in meinem Blog-Archiv finden sich pathetische Epen voller Freundschaft und interaktiver Freizeitplanung. Hier, im Schwarzwald, sieht man dies ähnlich und mietet kurzerhand ein paar Tretboote für ein Wettrennen zur Staumauer! Männer müssen wetteifern. Und wenn alle das gleiche Auto fahren, bleiben nur die sportlichen Messlatten. Ich sehe mir den schaumschlagenden Sport gemeinsam mit den anderen vom Ufer aus an, während Katze und Susi sich im Sprint zur Mauer begeben, um ein Zielfoto einzufangen. Wer hat eigentlich gewonnen?

Zweimal ragusa, bitteIch sprach von schweizer Freunden. Einer fehlt noch. Remo, der Mann aus den Weinbergen. Das Pendant zu Katzes Ragusa-metallic-farbendem mit Travertin-Inneneinrichtung ausgestattetem V8. Nein, liebes Tagebuch, du siehst nicht doppelt. Diese sehr seltene Farbkombination gibt es tatsächlich mindestens zwei mal. Remo taucht auf und bereichert alle Anwesenden mit seinem Kompaktwissen über die Gemeinde Hallau und die ortsansässigen Blaskapellen. Und ist einer des sympathischen harten Kerns, der bis zum späten Abend bleibt! Ab und an macht es mich ein wenig verlegen, dass mein eigener V8 einfach nur schwarz ist. Na gut, wenigstens panthero mit so einem Blaustich drin. Aber schwarze Sitze. Es gibt so wahnsinnig abgefahrene Farbkombinationen in der automobilen Oberklasse der ausklingenden Achtziger… Hätte ich das Geld für einen Klassik Line, er wäre mein. Jemand einen über? Was ich heute lerne: Schwarz ist keine Farbe.

SehnsuchtLiebes Tagebuch. Ich habe Sehnsucht. Hier ist alles voller Berge, und mir fehlt der klare Horizont zwischen dem Meer und dem Himmel. Wenigstens gibt es in diesem Leben Mobiltelefone, die einem ermöglichen, ein Gespräch mit einer Person 850 Kilometer entfernt zu führen, die sich nicht so wahnsinnig viel aus Audis macht. Aber aus mir. Was ist wohl in 20 Jahren? Fahren wir dann noch Autos? Telefonieren wir dann noch mit Handys?? Habe ich dann noch immer Tina Dico im Kopf??? Was ich heute lerne: Lass nie deinen Fotoapparat inmitten einer Horde von Verrückten auf dem Tisch liegen, wenn du telefonieren gehst.

Klassentreffen vor der SchuleKlassentreffen. Oberklassentreffen. Stilsicher vor dem Eingang der ehemaligen Grundschule in Berau. Von links nach rechts: Nein :O) das sprengt den Rahmen. Für mich ist es das erste Treffen, an dem ich das Gefühl hatte, die meisten zu kennen oder zumindest wieder zu erkennen. Es ist schon eine schräge Gemeinschaft. Katze hat hier aus vielen Ecken der Republik Menschen zu einem schönen, gemeinsamen Tag zusammengetragen, die eigentlich wieder einmal nur eins eint: Das unvernünftige Auto. Was ist dieser Zauber über dem Audi V8? Halten wir so fest zusammen, weil wir eigentlich immer alle pleite sind? Weil es bald keine Ersatzteile mehr geben wird? Oder weil es vielleicht doch ein ganz besonderer Menschenschlag ist, der diesen Wagen fährt und pflegt? Was ich heute lerne: Hm. Sowas wie Gemeinschaft?

Epilog mit grauen HaarenDie Geschichte ist durch. Aber sie ist nicht zu Ende. Tina singt: And who’s gonna tell the story straight? Does anyone believe there’s still a story to be told. Es geht immer weiter. Katze hat ein illustres Treffen vor wunderschöner Kulisse inszeniert! Am Vatertag ist das Treffen in Legan, mal wieder hier im Norden. Südseecamp im September. Irgendwie lässt sich das alles unter einen Hut bringen. Mit einem Audi V8 spielen Kilometer nur eine untergeordnete Rolle… nun… Ich für meinen Teil muss wieder zurück nach Norddeutschland. 850 Kilometer an einem einzigen Montag. Liebes Tagebuch, ich glaube, ich sehe müde aus. Mein Bart wird langsam grau, und die Falten um meine Augen herum ein wenig tiefer. Aber ich habe wieder eine weitere Geschichte, die ich erzählen kann.

Oder wie ist das mit Ihnen? Sind Sie jemand, der oder die sein oder ihr Auto einfach nur fährt…?

Liebes Tagebuch. Wer braucht schon Schlaf? Ich schließe, bevor ich in mein Bettchen krabbel, mit meinem Ohrwurm, der mich diese vier Tage begleitet hat.

Sandmann


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