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NetworkArchiv (Blogs, Mitglieder-Artikel)Von 100 auf 0 mit dem Airbrake-System

Unser Fahrtest des SLR Mc Laren – das meint Julian: Ein V8 Zylinder mit 5,4 Liter Hubraum haut mich eigentlich nicht um, aber was AMG mit diesem V8 im SLR gemacht hat – das schon. Er brüllt im SLR, wenn man voll aufs Gas steigt, so laut und so kraftvoll los, dass mir fast die Tränen kommen. So einen kernigen, wohlklingenden und gleichzeitig auch lauten Sound habe ich noch nie zuvor in meinem Leben hören dürfen.

Im Innenraum fühle ich mich wie in einem Rennwagen, jedenfalls stelle ich mir das genau so vor. Die Federung des SLR ist bretthart, die Beschleunigung direkt spürbar und macht man die Augen auf, sieht man auch warum. Man sitzt nicht nur auf Schalensitzen, nein: im SLR sind selbst die besonders ausgearbeitet. Denn damit die Sportsitze noch leichter sind, sind sie natürlich aus Carbon gefertigt. Nur kleine Polster aus rotem Leder sind darüber gespannt, straff, versteht sich.

Damit der SLR genauso sicher und hart auf der Straße liegt wie man selbst in seinen Sitzen, hat sich Mercedes ein atemberaubendes System ausgedacht, genannt Airbrake. Am Heck des SLR arbeitet ein großer, schwarzer Diffusor mit einem kleinen, beweglichen Heckspoiler zusammen und die beiden sorgen damit für eine unglaubliche Straßenhaftung, für bestmögliche Beschleunigung und Verzögerung. Und dabei machen sie auch noch optisch etwas her. Ständig ändert der Heckspoiler seine Position, stellt sich auf jede kleine Veränderung der Straße oder Geschwindigkeit ein, von hinten toll anzusehen.

Wir ließen den SLR trotzdem am liebsten eine seiner einfachsten Übungen machen. Möglichst schnell von 0 auf 100 Kilometer die Stunde beschleunigen. Das Beste an der Übung: Nach 3,8 Sekunden ist sie schon wieder vorbei, naja, eigentlich schade. Aber diese 3,8 Sekunden im SLR sind besser und adrenalinverschwendender als jede Sekunde in der besten Achterbahn dieser Welt. Der Motor schreit, der Heckspoiler fährt rauf und man selbst genießt entweder leise, mit geschlossenen Augen, oder, wie ich: kreischend, jubelnd, mit starrem Blick nach vorne.

Wenn man so in dem SLR sitzt, wundert man sich immer wieder, wie er diese brachiale Beschleunigung nur hinbekommt. Aber wenn man ihn dann von außen betrachtet, wird es einem klar. Der SLR liegt unglaublich tief, er ist nur 1,26 Meter hoch und wirkt enorm geduckt. Gleichzeitig wirkt er lang und seine Seitenlinie ist außergewöhnlich fließend. Der Winkel der Windschutzscheibe ist sehr spitz. Der Luftwiderstand ist so gering gehalten wie nur irgendwie möglich. Aber das ist nicht der einzige Grund, allein durch die Breite der Hinterreifen, es sind 295er, hat der SLR auf trockenen, geraden Strecken eine hervorragende Traktion. Wenn die Reifen dann auch noch dank Turbinendesign-Felgen im 19 Zoll Format, für knapp 10000 Euro Aufpreis, wunderschön sportlich aussehen (und nebenbei die Bremsen kühlen), zaubert das einem natürlich noch einmal ein extra Grinsen auf das sowieso schon vorhandene Dauergrinsen.


Original:

Unser Fahrtest des SLR Mc Laren – das meint Se.

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