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Networkradical-mag.comBack to the roots, Fahrbericht Smart Electric Drive-1059

Fahrbericht Smart Electric Drive

Noch nicht erstelltSmart Electric Drive
Ach, Smart. Seit 14 Jahren ist er unterdessen auf dem Markt, er wollte einst die individuelle Mobilität revolutionieren, und er ist nicht nur damit gnadenlos gescheitert, sondern er hat auch als ganzes profanes Automobil kein Rad auf den Boden gebracht, nur rote Zahlen geschrieben. Die Ideen, einst, waren gut, sehr gut, teilweise genial, die Umsetzung dann in erster Linie peinlich. 2014 kommt dann die dritte Generation des Smart, in Kooperation mit Renault, dann gibt es auch wieder einen Vierplätzer - und man kann davon ausgehen, dass das Konzept von früher, entstanden rund um den Schweizer Uhren-Guru Nicolas Hayek, endgültig zu Grabe getragen werden wird.

Eine Grundidee von Hayek und Co. wird jetzt aber doch noch umgesetzt: der Elektro-Antrieb. Der Smart hätte, eigentlich, von Anfang an elektrisch unterwegs sein sollen, doch Mercedes stemmte sich Mitte der 90er Jahre dagegen, na ja, aus offensichtlichen Gründen. Das war dann auch der Hauptgrund, weshalb sich Hayek aus dem Projekt zurückzog - und weshalb der Smart zu einem ganz normalen Automobil verkam. Seit 2007 übt die Mercedes-Tochter mit Strom im Smart, 2009 begann ein gross angelegter Flottenversuch, an dem 2000 Fahrzeuge beteiligt waren. Das Versprechen, dass auch «normale» Menschen so einen elektrisch angetriebenen Smart kaufen kann, das besteht schon etwa so lange wie der Flottenversuch, aber erst im Herbst soll es nun tatsächlich und endlich so weit sein.

Gleichzeitig gräbt Smart auch wieder Ideen aus, die alle schon vor der Lancierung des Smart bestanden hatten. Verbilligte Waschstrassen, Parkplatz-Konzepte, Car-Sharing-Zeugs, etc. - das alles war schon vor 15 Jahren vorhanden, wurde aber leider nie oder dann nur lauwarm umgesetzt. Ob das jetzt besser werden wird - wir haben so unsere Zweifel, denn Smart hat seine einst so exklusive Stellung in Sachen «urban mobility» längst verloren, und nach speziellen Parkplätzen im Parkhaus kräht heute kein Hahn mehr (ein paar Hühner vielleicht schon).
Smart Electric Drive

Endlich hat der Smart seine Bestimmung gefunden.

Smart Electric Drive

Gibt es übrigens auch als Brabus-Variante. Mit Atom-Strom?

Und wir sehen es schon vor uns, wenn dann in 2, 3 Jahren alle Elektroautos ganz exklusiv auf der Busspur fahren, dann werden wir dann froh sein, auf den normalen Strassen mit unseren Camaro, Corvette und 911ern freie Fahrt zu haben. Und Car-Sharing, da haben wir irgendwie auch eine etwas andere Vorstellung: «urban mobility» ist ein Widerspruch in sich, hat keine Zukunft, und allgemein eignet sich der winzige Smart für solche Mobilitätskonzepte nicht besonders gut.

Das hat alles wenig bis gar nichts mit dem Produkt, dem Smart Electric Drive, zu tun. Denn der Smart fortwo eignet sich hervorragend als Elektro-Auto, er ist klein, relativ leicht (975 Kilo für das Coupé, 995 Kilo für das Cabrio - das sind 130 Kilo mehr als beim «normalen» Smart). Der Elektro-Motor, entstanden aus einem Joint-Venture zwischen Daimler und Bosch, schafft eine Spitzenleistung von 55 kW (Dauerleistung: 30 kW) und ein maximales Drehmoment von 130 Nm (ab Drehzahl 0, wie bei allen Elektro-Automobilen).Smart Electric Drive.

Endlich hat der Smart seine Bestimmung gefunden.

Smart Electric Drive.

Gibt es übrigens auch als Brabus-Variante. Mit Atom-Strom?

Smart Electric Drive.
Smart Electric Drive.
Smart Electric Drive.
Die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie, entwickelt und gebaut in einem Joint Venture zwischen Daimler und Evonik, beträgt 17,6 kWh; als Reichweite nennt Smart 145 Kilometer. Von 0 auf 60 km/h beschleunigt der kleine Stromer in 4,8 Sekunden, auf 100 km/h dauert es dann 11,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 125 km/h. Als Benzin-Äquivalent sieht Smart einen Verbrauch von 1,7 l/100 km. Aber eigentlich ist das alles ja emissionsfrei - so lange man nicht darüber nachdenken will, wie denn der Strom erzeugt wird.

Dann fahren wir mal. Wir müssen es zugeben, wir sind schon eine kleine Ewigkeit keinen Smart mehr gefahren, deshalb fällt es uns auch schwer, da einen Vergleich zum Smart mit Verbrennungsmotor zu ziehen. Was wir aber mitteilen können: Ja, der elektrische Smart macht richtig Spass. Agil und wendig ist er ja auch mit Verbrennungsmotor, doch mit dem extrem durchzugskräftigen Elektro-Motor ist er nun wirklich das perfekte Stadt-Mobil. Ein Problem könnte höchstens sein, dass der flinke Floh dazu animiert sehr dazu animiert, so ein bisschen frech zu werden, auch in die kleinsten Lücken zu hüpfen. Die Bedienung ist kinderleicht, Schlüssel drehen, dann wählen, ob man vorwärts oder rückwärts fahren will, und dann muss man nur noch «Strom geben». Bremsen muss auch selten, wenn der rechte Fuss das Fahrpedal verlässt, bremst der elektrische Smart von selbst ab (für die Rekuperation von Strom).

Strassenlage: gut. Irgendwie besser, als wir das in Erinnerung haben. Könnte daran liegen, dass der Kleine weniger hoppelt, weil er schwerer ist. Viel besser als bei herkömmlichen Smart ist auch das Getriebe, sprich: beim elektrischen Smart fallen die sonst so nervenden Schaltvorgänge erfreulicherweise weg. Bis so 70, 80 km/h gehört man ganz vorne mit dazu, und das reicht ja dann auch für die Stadt.

So, dann reden wir doch mal noch von Geld. Ja, man kann so einen Smart Electric Drive tatsächlich kaufen, der kostet dann satte 29'900 Franken.Smart Electric Drive.

Endlich hat der Smart seine Bestimmung gefunden.

Oder gar 33'900 Franken für das Cabrio, wobei es dazu noch zu schreiben gibt, dass dies wohl das einzige «echte» Strom-Cabrio auf dem Markt ist. Smart selber forciert allerdings das Modell «sale&care», da kauft man den Smart (Coupé: 24'500 Franken/Cabrio: 28'500 Franken) und mietet die Batterie, für 99 Franken im Monat (so mal über den Daumen gepeilt: wer das Fahrzeug mehr als 4,5 Jahre behalten will, der fährt besser, wenn er kauft). Egal, es ist dies sowieso: teuer.

Wer nicht auf den «smart electric drive» warten mag, sondern ab sofort elektrisch Smart fahren will, der kann auf das «smart ebike» zurückgreifen. Ein klassisches E-Velo, ein 423 Wh starker Elektro-Motor unterstützt die Arbeit an den Pedalen. 100 Kilometer weit reicht die Kraft, bis 25 km/h wird mit Strom nachgeholfen. Das smarte E-Velo sieht gut aus, ist extrem einfach zu bedienen und zu «tanken» - und dank eigens entwickelter Computer-Apps gibt es auch ein Navigationssystem. Der Spass ist allerdings nicht ganz günstig: 3450 Franken kostet das bereits mit verschiedenen Design-Preisen ausgezeichnete «smart ebike».

Mehr Mercedes gibt es im Archiv.


Original: radical


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