Fahrbericht Hyundai i30 Wagon
Noch nicht erstellt
Es ist wild, mit welcher Kadenz, fast schon Penetranz Hyundai neue Modelle raushaut. Der neue i30 ist ganz frisch (und bereits erstaunlich häufig) auf der Strasse, der aufgefrischte i20 steht auch schon bereit, und jetzt kommen der Veloster Turbo (siehe Fahrbericht) und der Santa Fe (Fahrbericht folgt). Vor allem aber kommt der i30 als Kombi, und da werden sich die Konkurrenten ziemlich warm anziehen müssen. Denn der i30 Wagon sieht gut aus, besser noch als die fünftürige Variante. Auch wenn Design in der Golf-Klasse nicht das allseligmachende Verkaufsargument ist (siehe Golf) - gutes Aussehen hat noch nie geschadet.
Denn Koreaner geht es gut. Weltweit können sie ihren Marktanteil sowieso erhöhen, das wundert nicht weiter, obwohl sie in China - traditionell - nicht besonders gut aufgestellt sind. Aber dafür brummt es in und aus Indien, und in den USA sowieso, und auch in Europa, dem schwierigsten Markt überhaupt, konnten sie sich von 2,9 Prozent Marktanteil Ende 2011 auf unterdessen 3,3 Prozent verbessern. Viele Marken gibt es nicht, die heuer auf einem schwindenden Markt zulegen können, doch Hyundai gehört dazu. Und hat unterdessen 41 Monate hintereinander sein Vormonatsergebnis übertreffen können. Wir wagen hier die Prognose, dass der i30 Wagon diese Tendenz noch weiter verstärken kann.
528 Liter Kofferraum-Volumen, zum Beispiel. Und maximal 1642 Liter, wenn die Rücksitze abgeklappt werden. Da kennen wir Kombis aus der oberen Mittelklasse, die schaffen auch nicht mehr. Und in der Golf-Klasse können da nur ganz, ganz wenige Konkurrenten mithalten. Und die sehen dann mehr wie Kleinlaster aus. Es kommt beim i30 Wagon ein tiefe Ladekante dazu, eine breite Ladeluke und kinderleicht abzuklappende Rücksitze. So muss es sein, so ist gut.
Gutes Aussehen hat noch nie geschadet.

Und ein gut nutzbarer, grosse Laderaum.
Innen ist ja sowieso gut: wir bewundern die Koreaner dafür, in wie kurzer Zeit sie da Anschluss gefunden haben. Sowohl optisch wie auch in Sachen Verarbeitung und auch noch bei den verbauten Materialien - Toyota, zum Beispiel, ist noch lange nicht da, wo Hyundai schon ist. Den neuen i30 Wagon haben die Koreaner zwar 3 Zentimeter tiefer gebaut als seinen Vorgänger (Höhe jetzt: 1,50 Meter), trotzdem ist das Raumgefühl besser; er misst ein paar Zentimeter mehr als der Fünftürer (4,49 Meter sind es ingesamt), die Breite bleibt gleich (1,78 Meter), ebenso der Radstand (beachtliche 2,65 Meter). Ja, auch die Sitze sind anständig, doch da besteht noch Raum für Verebesserungen (wir denken da an unsere liebsten Sitze in diesem Segment, jene im Opel Astra).Wir konnten nur einen ersten Fahreindruck gewinnen, sind eine Stunde durch den Taunus gefahren - und konnten da beim Fahrwerk keine Schwächen erkennen.

Gutes Aussehen hat noch nie geschadet.

Und ein gut nutzbarer, grosse Laderaum.



Der i30 Wagon ist nicht so bretterhart wie seine deutschen Konkurrenten, und deshalb vielleicht auch nicht ganz so fahraktiv, aber, hey, wir sind hier im Bereich der Familienkutschen, und die werden auch vom eiligen Vater kaum je auf die Rennstrecke gebracht. Auch auf nicht ganz perfekten Strassen verrichtet der Hyundai seine Arbeit souverän, die (elektrische) Lenkung könnte sicher bessere Rückmeldung geben, aber da ist noch alles im sehr grünen Bereich.
Von den erhältlichen Motorisierungen sind wie einzig den neuen 1,6-Liter-Diesel mit 128 PS gefahren, der ein maximales Drehmoment von 260 Nm im Drehzahlbereich zwischen 1900 und 2750/min entwickelt. Es gibt diesen Antrieb auch im Fünftürer - und wir empfinden ihn als hervorragende Wahl, weil er ausgesprochen souverän ist Geschaltet über das manuelle 6-Gang-Getriebe (erfreulich kurze Schaltwege) lässt sich der 1,3 Tonnen schwere Hyundai wunderbar schaltfaul bewegen - und geht anständig ab, wenn man den Selbstzünder in der richtigen Laune behält. Auch wenn die 11,2 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h nicht gerade Benchmark sind. Aber dafür soll er (mit dem manuellen Getriebe) nur gerade 4,3 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen (CO2-Emissionen: 113 g/km).
Es gibt zwei weitere Diesel, einen 1,4 Liter mit 90 PS (maximales Drehmoment 220 Nm zwischen 1500 und 2750/min; Durchschnittsverbrauch 4,4 Liter) und einen weiteren 1,6-Liter mit 110 PS (maximales Drehmoment 260 Nm zwischen 1900 und 2750/min; Durchschnittsverbrauch 4,3 Liter). Und drei Benziner, einen 1,4-Liter mit 100 PS, einen 1,6-Liter mit 120 PS und einen weiteren 1,6-Liter mit 135 PS; der stärkste Benziner ist der sparsamste, Hyundai gibt da 6,2 Liter an (CO2-Emissionen: 140 g/km). Noch Fragen, weshalb wir den stärksten Diesel empfehlen?

Gutes Aussehen hat noch nie geschadet.
Nein, noch kratzt der i30 nicht einmal an den Top-Positionen der Verkaufsrangliste. Aber lange wird das nicht mehr dauern: der i30 wird noch im Juli bei den Händlern stehen. Und was kostet der Spass? Der Aufschlag zum Fünftürer beträgt immer 1000 Franken (stimmt gar nicht, beim Diesel sind es 2000 Franken - da fragt man sich: warum?), das heisst: ab 18'240 Franken ist man dabei beim 1,4 Liter-Benziner in der Stierkämpfer-Variante. Der feinste Diesel schlägt dann schon mit mindestens 22'240 Franken aufs Portemonnaie - dafür kriegt man bei den deutschen Konkurrenten knapp einen feuchten Händedruck des weissbesockten Verkäufers.Mehr Hyundai gibt es im Archiv.
Original: radical








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