Fahrbericht Hyundai i20
Noch nicht erstellt
3,5 Prozent Marktanteil will Hyundai Ende 2012 in Europa erreicht haben, ein ehrgeiziges Ziel, denn 2011 waren es noch 2,9 Prozent. Doch die Koreaner scheinen auf gutem Weg, in den ersten vier Monaten des Jahres haben sie es schon auf 3,3 Prozent gebracht. In der Schweiz wurde die Vorgabe bereits erreicht, in den ersten vier Monaten des Jahres 2012 schafften die Koreaner ein Plus von 25,2 Prozent. Und dabei ist der neue i30 noch gar nicht recht angelaufen, und der überarbeitete i20 kommt erst im Sommer.
Und dann kommt er dann gut. Der i20 war ja bisher schon ein grosser Erfolg, seit der Einführung 2009 wurden in der Schweiz beachtliche 5701 Stück verkauft (Stand Mitte Mai), hinter den i30 und dem iX35 schafft er den dritten Rang in der internen Tabelle. Das Facelift kommt also nicht deshalb so früh, weil der Wagen sich nicht mehr verkauft, sondern ganz einfach deswegen, weil Hyundai die Schraube anzieht. Das so genannte Momentum ausnutzen will. Und die Konkurrenz mit immer kürzeren Entwicklungszeiten noch etwas nervöser machen mag. Und überhaupt, eigentlich ist es kein Facelift, dafür gehen die Veränderungen zu tief - andere Hersteller würden wohl von einem neuen Modell sprechen.
Natürlich darf die Frage gewagt sein, ob derart tiefgreifende Neuerungen von der bestehenden Kundschaft denn goutiert werden, denn je klarer so ein «Facelift» von aussen ersichtlich ist, desto tiefer fallen die Gebrauchtwagen-Preise für den Vorgänger. Doch Hyundai darf solches derzeit nicht interessieren, die Koreaner sind auf Expansionskurs, rund 80 Prozent der Neuwagen-Käufer kommen derzeit von anderen Marken, und da darf man keine Rücksicht nehmen auf allfällige Verluste, sondern nehmen, was man kriegen kann. Sonst geht sich das mit den 3,5 Prozent Marktanteil in Europa auf Ende Jahr dann doch nicht aus.
Eindeutig als Hyundai erkennbar.

Hinten hat er was von einem Corsa. Und dem Polo.
Von aussen ist der neue i20 klar klar als Familienmitglied zu erkennen. Hyundai nennt das eine Anpassung an das «fluidic design» der anderen neuen Produkte, und der i20 will die Verwandtschaft mit dem i30 ganz sicher nicht verleugnen. So gibt es jetzt natürlich auch den sechs-eckigen Kühlergrill, die weit herumgezogenen Scheinwerfer (ganz so grob wie beim i40 sind diese Schweinwerfer aber glücklicherweise nicht ausgefallen, dafür ist der i20 auch zu kurz, da würden Front- und Heckleuchten in der Mitte wohl zusammenkommen). Auch hinten gab es neue Leuchten. Durch die Eingriffe in die Linienführung sind die Dimensionen des Kleinwagens leicht angewachsen, 55 Millimeter länger ist der i20 jetzt, also: 3,995 Meter.Tiefgreifender sind die Verbesserungen innen, die Mittelkonsole wurde neu gestaltet, es werden hochwertigere Materialien verbaut.

Eindeutig als Hyundai erkennbar.

Hinten hat er was von einem Corsa. Und dem Polo.



wir mögen die geradezu klassische, so gar nicht verspielte Anmutung des Cockpits mit den heutzutage fast schon altertümlich anmutenden, runden Uhren für Tacho und Drehzahlmesser. Die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf, und das ist gut für einen Kleinwagen. Und ausserdem gibt es im i20 keine gefühlten 120 Assistenz- und Komfortsysteme, es hat, was es braucht (etwa einen Regensensor und ein Startknopf samt Smart-Key-System), und das ist auch richtig so. Komplett schmerzfrei ist auch das Fahrverhalten, der Koreaner ist eher auf der komfortablen Seite, lässt sich aber durchaus sportlich bewegen, falls Bedarf bestehen sollte. Rennwagen-Feeling darf man aber nicht erwarten, die hoch bauende Karosse (der i20 misst 1,49 Meter in der Höhe) entwickelt eine doch beachtliche Seitenneigung.
Doch die grössten Unterschiede zum bisherigen i20 finden sich unter der Haube. So wird es die Motorisierung mit 1,6 Liter Hubraum in Zukunft nicht mehr geben. Dafür wurde die Basisvariante mit 1,2 Liter Hubraum leicht verstärkt, verbessert, und der 1,4 Liter so belassen, wie er war. Neu gibt es einen 1,1-Liter-Dreizylinder-Diesel, der 75 PS und ein maximales Drehmoment von 180 Nm schafft. Mit diesem Motörchen will der kleine Hyundai nur 3,4 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen, die CO2-Emmissionen liegen bei nur noch 84 g/km. Vorausgesetzt, man bestellt das volle «blue»-Package, inklusive Stopp/Start-System und verkleidetem Unterboden und ewig langem 6. Gang.
Und man kommt tatsächlich noch vorwärts, auch mit diesem Antrieb. Erfreulich ruhig schnurrt er sein Lied, man muss allerdings fleissig mit dem gut abgestuften 6-Gang-Getriebe arbeiten, um den Selbstzünder bei Laune zu halten. Und bei Schweizer Autobahn-Tempo, da dreht er dann schon relativ hoch, bei fast 3000/min - da schwinden dann die guten Verbrauchswerte. Wobei wir anmerken müssen, dass wir den kleinen Diesel nicht in der «blue»-Variante fahren konnten, der dann über einen extrem langen 6. Gang verfügen wird, weil eine solche noch nicht zur Verfügung stand.

Eindeutig als Hyundai erkennbar.
Wir sind auch noch den 1,4-Liter-Benziner gefahren, der 101 PS stark ist, und der geht sehr souverän mit rund 1,1 Tonnen schweren Wagen um.In die Schweiz kommt der überarbeitete i20 im August, die Preise stehen noch nicht fest. Wir kennen aber die deutschen Preis, dort beginnt die Skala schon bei 11'500 Euro. Wir wissen aber auch noch, dass der neue i20 wohl schon in zwei Jahren kommen wird. Und das Hyundai ganz intensiv darüber nachdenkt, in den Rallye-Sport einzusteigen, mit eben diesem (neuen) i20. Der Marke würde das auf jeden Fall guttun, so in Sachen Image - der wohl einzigen Schwäche, welche die Koreaner noch haben.
Mehr Hyundai gibt es im Archiv.
Und was halten Sie denn von dieser wilden Jagd nach jedem Gramm CO2? Ist das eine gute Entwicklung? Oder bloss Augenwischerei? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.
Original: radical








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