"Willkommen zu Hause" – das war der Titel der Kampagne für die Mercedes-Benz E-Klasse der Baureihe W 124 von Springer & Jacoby, der damals vielleicht hippsten Werbeagentur Deutschlands. Die gewohnte Athmosphaäre eines Mercedes-Benz erleichtert, gibt Ruhe, wirkt wohltuend entstressend, so die Werbebotschaft. Damals um 1990.
(... ist das eigentlich schlimm, Arthur und Tobi, dass ich immer noch schwer begeistert von 09:37 bin?)
Einer geht noch, und das, obwohl kein anderes Auto aus Deutschland gibt, das sich schon so lange gegen alle Trends und Moden sträubt, wie die Mercedes G-Klasse. Jetzt also bekommt der kantige Klassiker noch einmal ein Facelift: Zum Sommer frischen die Schwaben
Nach vielen Gesprächen und ebenso vielen Eindrücken, ist es an der Zeit, dieses Thema einmal für uns zu beleuchten. Das passiert aus purem Eigennutz, denn der aufmerksame Leser wird wissen, dass ein neues Auto unseren Fuhrpark ziert, ein 1964er Chrysler Imperial Crown.
Wir definieren Chromjuwelen als etwas Besonderes. Als Fortbewegungsmittel, das über seine Funktion hinaus diesen emotionalen Mehrwert liefert und so für die besonderen Momente in dem Leben seines Besitzers sorgt.
Soweit so gut. Für unser neues Baby trifft das alles zu, deswegen ist er mit uns nach Deutschland gekommen - Deutschland, das Land des TÜVs, ein Land mit Jahreszeiten. Das bedeutet also, dass wir Hand anlegen müssen, rein technisch gesehen. Die Innenausstattung ist sehr gut, die Technik funktioniert, (alle) Dichtungen müssen her, ein paar Handgriffe hier und da, das Auto ist technisch TÜV-fertig.
Was aber machen wir mit der (rostfreien) Karosserie, bevor wir uns an die Hohlraumversiegelung machen?
Wir stecken in einem Dilemma. Einerseits stünde dem Imperial ein perfektes Äußeres, andererseits besitzt die jetzige Lackierung den von uns so geliebten Charme des Unperfekten und erzählt die Geschichte von 48 Jahren Autoleben. Nicht zu vergessen – auch unsere Geschichte der letzten Monate.
Im übertragenen Sinn haben wir die Wahl zwischen einem vergilbten Foto, das von seinem Besitzer über Jahre in der Brieftasche herumgetragen wurde, entsprechend gelitten hat und mit jedem Makel den Stolz repräsentiert, mit dem es gezeigt wurde. Oder, wir scannen das Foto, erstellen eine perfekte digitale Kopie, die schön, sehr schön anzusehen ist und halten damit den (optischen) Verfall auf, perfektionieren das Motiv.
Es gibt Beispiele aus dem Chromjuwelen-Netzwerk, die die unterschiedlichen Verfahren dokumentieren.
Bizzarini Strada 5300 GT: Links patiniert, rechts perfektioniert
Mercedes Benz Hot Rod: Links patiniert, rechts perfektioniert
Wir tendieren zu der ersten Lösung, wo die Patina dem Auto erhalten bleibt, Aber noch ist keine Entscheidung getroffen, daher die ernst gemeinte Frage: Was würdet ihr als Chromjuwelen Leser bevorzugen?
Wir wollen wissen, wo Auto-Leidenschaften anfangen, was sie befeuert und welche Knospen – und auch Wucherungen – die einzelnen Kulturen treiben. National und international. Wir wollen für uns verstehen, welche Rolle wir als Deutschland in diesem Szenario spielen, schließlich haben wir den Rock ‘N’ Roll – also die Motorkultur – auch vor über 125 Jahren erfunden.
Ihre Eltern waren hier zwischen Los Angeles und San Fracisco noch im VW Käfer, im Samba Bus oder, sofern die Familie wohlhabend war, im offenen Porsche unterwegs. Doch wenn die Generation Facebook aus reiner Genussucht durch die Hollywood Hills fährt,
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