
Was macht man als Autobauer, wenn der eigene Stammbaum seine Wurzeln in einem der weltweit berühmtesten Automobile hat, das je gebaut wurde? Man erstarrt in Ehrfurcht, konserviert und pflegt den Ikonen-Status – oder man wagt sich daran, das Erbe weiter zu entwickeln. Letzteres erfordert allerdings Mut. Und zwar nicht zu knapp. Denn: "Haters gonna hate".
Da wären auf der einen Seite die sperrigen Traditionalisten, die per se alles Neue verteufeln, während auf der anderen Seite schon Horden von selbsternannten Designaposteln darauf warten, jedes Detail in Frage zu stellen. Um dann das neue Modell in einen Vergleich mit den "Retro"-Modellen der Wettbewerber zu zerren: MINI, Fiat 500, Ford Mustang, Dodge Challenger.
Mission: 21st Century Beetle
Der Crew um Walter de Silva (Konzern) und Klaus Bischoff (Marke Volkswagen) jedenfalls, die sich daran gemacht hat, den Käfer "neu zu denken", war klar, auf was für ein Höllenkommando sie sich da einlassen hatten. Rhetorisch gut vorbereitet traten sie also vor die Presse, als am 18. April in Berlin - zeitgleich zur Präsentation in Shanghai und New York - der Beetle erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt wurde. Souverän wurde auf die noch so kritischen Fragen pariert, nicht eine Lücke zeigte sich im Presseverhör. Auch nicht später, als die Profi-Remixer 2 Many DJs auf der MTV World Stage wissen wollten, wie es wohl aussieht, wenn VW das Tanzbein schwingt.
Weder entsprechen wir der Zielgruppe des Beetle (und rätseln auch noch ein bisschen, wer sie ist - um ehrlich zu sein), noch möchten wir uns anmaßen, was zum Thema Technik zu sagen. Letzteres überlassen wir gerne den Kollegen, die deutlich kompetenter bei der Beantwortung dieser Fragen sind. Aber was uns beeindruckt, – und was wir verstehen –, das ist der oben beschriebene Mut. Den schätzen wir. Mal ganz davon abgesehen, dass wir für gut gemachte Remixe und Neuinterpretationen immer zu haben sind.
Wann kommt eigentlich der neue Karmann-Ghia?
Unser Tipp: Puristen, die es sich leisten können, bleiben lieber beim luftgekühlten Original. Für die mutigeren Fans des Ur-Käfers sei gesagt: Es gibt jetzt den Beetle. Ohne "New". Und ohne "Retro". Dafür aber deutlich erwachsener und selbstbewusster als der "New Beetle".
Einzig zwei Fragen lassen uns keine Ruhe. Erstens, warum traut sich eigentlich Volkswagen nicht, den Beetle mit mehr Selbstbewusstsein auf den Markt zu rollen? Unserer Meinung nach hätte der Beetle einen lauteren, respektvolleren und ehrwürdigeren Auftritt verdient. Und zweitens, wann kommt eigentlich der neue Karmann-Ghia?
Unabhängig aber von diesen Fragen war es uns ein Vergnügen, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen. Und auch endlich mal einige unserer virtuellen Wegbegleiter kennen lernen zu dürfen: Nicole Yvonne Männl, Anika Geisel, Robert Basic, Arild Eichbaum. Unser Dank geht an dieser Stelle an Jo Fischer, der uns nicht nur begleitet hat, sondern auch noch einige wundervolle Fotos für uns geschossen hat.
-> Fotogalerie: 21st Century Beetle


















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