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Muskelpummel Buick GSX: King Kong an der Ampel

 Tino Lange, 23.02.2006 in US Cars & Kustom Kulture, Wissen | Views : 6364

Buick GSX 1971
Was dabei herauskommen kann, wenn sich eine auf Rentner und reiche Spießer ausgelegte Firma an Muscle-Machines versucht: was gaaaanz derbes! Los gehts!







Skylark 1972
Performance, Performance, Performance: Ohne sie ging in Amerika nichts zwischen 1964 und 1972. Hersteller, die keine muskulösen Modelle mit mächtigen Big-Block-Motoren anzubieten hatten, brauchten ihren Road-Rotz gar nicht erst in den Showroom zu rollen. Die Nachfrage nach Muscle Cars ließ sogar Schrauberfirmen, die heute nicht im entferntesten mit Vierteilmeilen-Spaß zusammengebracht werden, nicht unbeeindruckt. Oldsmobile zum Beispiel. Oder sogar Buick.

Buick Skylark 1965
Die Buick Motor Company wurde im Mai 1903 von David Dunbar Buick gegründet, aber schon ein Jahr später von James Whiting und William C. Durant, den Strippenziehern des späteren Mega-Sellers General Motors, aufgekauft. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde die Marke Buick zu einer der tragenden Säulen des Konzerns, Synonym für hohes Prestige und stilvolles Fahren, ein begehrtes Objekt für die amerikanische obere Mittelschicht, die sich einen Cadillac (noch) nicht leisten konnte.

Buick GSX 1970
Modelle wie Century, Electra, Riviera, Skylark oder die schnittige Wildcat gehörten in den 50er- und 60er-jahren zum komfortabelsten und teuersten, was die US-Atomobilindustrie zu bieten hatte: Full Size, full of chrome! Bei soviel edlem Blech scheint es kaum vorstellbar, das Buick auch das eher jugendliche Muscle-Segment belieferte – und doch kam aus dem Hause Buick eines der beeindruckendsten PS-Monster dieser an beeindruckenden Muscle Cars reichen Ära: Der Buick GSX!

Buick GSX Interior
Buick-Liebhaber, die es gerne schneller mochten, hatten eigentlich nicht viel Auswahl, abgesehen vom „Gran Sport(GS)“-Performance-Paket, welches man für die Wildcat oder die Dickschiffe Riviera und Century ordern konnte. Muskulär im Sinne von Dodge Charger und Co. war höchstens der ab 1965 erhältliche Midsize-Schlitten Buick (Skylark) GS, der, optisch eher spießig, , mit dem „Buick 400“-Motor (401ci, 325 PS, 603 Nm) immerhin das mächtigste GM-Aggregat zu bieten hatte. Schonmal ein Anfang, der 1967 ernstzunehmende, wohlgeformte Performer als Hardtop, Fastback oder Cabrio mit 350ci oder 400ci nach sich zog, doch das war noch nichts gegen das Jahr 1970.

Buick GSX 1972
„Buick GSX“, dieses Stichwort lässt Kenner ehrfürchtig auf die Knie sinken, denn diese Karre war der King Kong an der Ampel. Auf dem ersten Blick war der 1970 vorgestellte GSX wie auch sein Basismodell GS nur ein groß geratener Design-Klon seiner zeitgenössischen GM-Familienmitglieder Chevrolet Chevelle, Pontiac GTO und Oldsmobile 4-4-2: Laaaange Front und ein kurzes, rundes und harmonisches Fastback. Dennoch war der GSX einfach und schnell zu erkennen, einerseits durch zwei schwarze, breite Doppelstreifen auf der Haube und einen „GTO The Judge meets Cuda-Hockeystick“-Streifen an der Seite, andererseits durch die nur zwei erhältlichen Farben: Apollo-White und Saturn-Yellow. Ein weiteres Gimmick war ein auf der Haube montierter Tachometer. Front- und Heckspoiler gab es serienmäßig.

Buick 455 1970
Interessanter wurde es allerdings unter der Haube: Nicht 383ci, 400ci oder 425ci wurden in den Motorraum gestopft, sondern – Luft holen – 455ci, die 350 PS und 691 Nm produzierten. Die Performance-Option „Stage 1“ brachte noch mal (offiziell) 10 PS mehr. Falls Hemi-Helden jetzt müde lächeln: Wir reden immer noch von B-U-I-C-K! 1971 und 1972 wurden die GSX-Dinos nahezu unverändert (aber in mehr Farben) weitergebaut, ebenso wie Standart-GS-Modelle (wurden 1972 Car Magazine’s Car Of The Year), danach war aber, wie für die Muscle-Cars allgemein, Feierabend.

Buick GSX 1970
Wie gesagt, auch Buick konnte street legal road machines bauen, und heute sind die GS- und vor allem GSX-Muskelpummel ebenso beliebt und begehrt wie ihre Pendants von Chevrolet, Ford, Dodge, Plymouth oder Pontiac. Jetzt kommt allerdings der schwierige Teil: Wer nun Blut (besser: Benzin) geleckt hat und sich mit dieser besonderen 455ci-Ashpalt-Walze egal ob in Deutschland oder Amerika an die Spitze der Headturner setzen will, wird es sehr sehr schwer haben, einen GSX zu finden, und wenn sich einer findet, wird man tief in die Tasche greifen müssen. Denn dieses Muscle-Monster ist rar, sehr rar. 1970 wurden nur 678 GSX gebaut (davon 187 in weiß, 400 mit „Stage 1“-Option), 1971 nur 124 und 1972 nur noch 44. Auch das Basismodell GS pendelte mit allen Varianten zwischen 1965 und 1972 meist um jährlich nur 10.000 ausgelieferte Einheiten, bewegt sich aber heute preislich im durchschnittlichen (also mittlerweile teuren und stetig stiegenden) Rahmen.

Wer Kosten und Mühen nicht scheut, hat auf jeden Fall die Chance, sich mit einem Buick-Muscle-Car aus nach wie vor scheinbar auf die Bullitt-Heroes Charger und Mustang fixierten Muscle-Maniacs herauszuheben. Ganz fix geht’s mit ´nem GSX.

Buick GSX
1970 Skylark

Siehe auch: The Car Is The Star|Death Proof Ich freu mich!|Death Proof|The films of Quentin Tarantino|Das ABY|Frenchy LaFemme : Your Wish is My Command|Quentin Tarantino?s Pulp Fiction?

Keywords: Tino

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