Flagge zeigen (Michael Timm)
Eigentlich gehöre ich eher zu den ruhigeren Verkehrsteilnehmern. Ich würde meinen Fahrstil zwar als zügig bezeichnen, glaube aber nicht, dass man mich damit zu den Rasern zählen würde. Und zumindest mein Flensburger Punktekonto und meine Ticketsammlung bestätigen das. Also behaupte ich: Es braucht lange, mich aus der Ruhe zu bringen.
Es gibt allerdings ein paar Dinge, die mich rasend machen. Und zwar auf der Stelle. Notorische Mittelspurfahrer, SUV-Fahrer und Fussball-Fans im Turnierwahn. Auf die Luxuslasterlenker gehe ich
an dieser Stelle schon weiter ein
und möchte deshalb das Thema hier ruhen lassen. Aber Erstere sind seit jeher mein personifiziertes Feindbild im Straßenverkehr, das unbedingt und mit vollem körperlichen Einsatz - Lichthupe, Drängeln, Schneiden, rechts überholen - zu bekämpfen gilt. Egal, was es kostet. Auch wenn das jedes Mal - und da hilft auch keine sonst wie trickreiche Ablenkung - darin endet, dass der Haussegen mächtig schief hängt und Frau Becker mir am liebsten auf der Stelle die Scheidungspapiere ausstellen würde. Aber ich kann nicht anders. Mittelspurfahrer schaffen es, dass bei mir alle Schotten zugehen, jegliche Vernunft tillt, und ich mich zu einem heiligen Verkehrskreuzug berufen fühle, in dem es nur ein Ziel gibt: Die letzten Heiden ein für allemal auszumerzen. So sie denn nicht zu bekehren sind. Was mir aber eigentlich auch ziemlich egal ist.